Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut. Die 73. Vierschanzentournee wurde für Österreich zu einem unvergesslichen Stück Sportgeschichte. Noch nie konnte eine Nation beim traditionellen Schanzen-Spektakel rund um den Jahreswechsel eine derartige Dominanz ausspielen. Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft ließen zehn Tage lang sämtliche Skisprungherzen höherschlagen.

Damit der Puls wieder nach unten geht, legt das Trio nun eine Verschnaufpause ein, ehe es ab 17. Jänner in Zakopane im Weltcup weitergeht. „Jetzt müssen die Jungs mal runterkommen, ehe wir wieder ins Training einsteigen“, sagt Cheftrainer Andreas Widhölzl, der mit der Nordischen WM in Trondheim (ab 26. Februar) das nächste Ziel bereits vor Augen hat. „Größte Herausforderung der nächsten Wochen wird es sein, die Form zu halten.“

Bischofshofen, Österreich, 06. Januar 2025: 73.internationale Vierschanzentournee, Skispringen, Herren, Weltcup, Bischofshofen, Paul-Ausserleitner Schanze, 4hills, Dreikönigsspringen Daniel Tschofenig AUT kann es nicht fassen, Hände im Gesicht, überrascht, unfassbar, Mimik, Geste *** Bischofshofen, Austria, January 06, 2025 73 international Four Hills Tournament, ski jumping, men, World Cup, Bischofshofen, Paul Ausserleitner ski jump, 4hills, Epiphany Daniel Tschofenig AUT cant believe it, hands on face, surprised, unbelievable, facial expression, gesture
Tourneesieger Daniel Tschofenig konnte sein Glück nicht fassen © IMAGO

Im Rückspiegel gibt‘s hier die wichtigsten Tournee-Zahlen zum Nachlesen und Genießen:

1,4 Es war nicht die knappste Entscheidung der Tournee-Historie (diese lieferten Janne Ahonen und Jakub Janda 2006, als sie sich punktegleich den Goldenen Adler teilten), doch trennten Tschofenig und Hörl in der Endabrechnung nach acht Wertungssprüngen nur 1,4 Punkte. Das sind umgerechnet läppische 0,777 Meter.

1,53 Die erfolgreichen ÖSV-Adler waren auch ein Fernsehmagnet, versammelten sich doch so viele Fans wie noch nie bei der Vierschanzentournee vor den TV-Kast‘ln. Im Durchschnitt verfolgten im ORF 1,53 Millionen Zuseher den zweiten Durchgang in Bischofshofen. Das entspricht einem Marktanteil von 58 Prozent.

2 Nach dem Finnen Kari Ylianttila ist Andreas Widhölzl erst der Zweite, der die Tournee sowohl als Springer (1999/00), als auch als Trainer (2024/25) gewinnen konnte. Zudem fixierte der Tiroler den Trainer-Grand-Slam – also Gold bei Olympia, der Nordischen WM und der Skiflug-WM sowie die Siege im Gesamt- und dem Nationencup. Chapeau!

3 Tschofenig, Hörl und Kraft landeten einen überlegenen Dreifachsieg, der viertplatzierte Norweger Johann Andre Forfang wies bereits rund 40 Punkte Rückstand auf. Insgesamt war es der dritte ÖSV-Triple-Triumph nach 1975 und 2012. Neben Österreich gelang nur Finnland einmal ein „Dreifacher“ (1954/55).

11 Von zwölf möglichen Podestplätzen gingen elf an Österreich. Einzig der Schweizer Gregor Deschwanden durfte als Zweiter von Garmisch einmal vom Stockerl winken. Eine noch nie dagewesene Tournee-Dominanz.

13 Tschofenig schnappte sich als insgesamt 13. ÖSV-Adler den Tourneesieg. Insgesamt gab es aber bereits 17 rot-weiß-rote Siege – Hubert Neuper (1979/80 und 1980/81), Ernst Vettori (1985/86 und 1986/87), Andreas Goldberger (1992/93 und 1994/95) sowie Gregor Schlierenzauer (2011/12 und 2012/13) jubelten jeweils doppelt. Mit den 17 Erfolgen ist Österreich in der ewigen Tournee-Bestenliste jetzt auch die alleinige Nummer eins vor Finnland und Deutschland (jeweils 16).

45 Mit seinen Siegen in Oberstdorf und Innsbruck schraubte Kraft seine Zahl an Weltcuperfolgen auf 45 hinauf. Damit fehlt dem Salzburger nur noch ein Triumph, um in der Bestenliste mit dem zweitplatzierten Matti Nykänen gleichzuziehen. Rekordhalter ist Schlierenzauer mit 53 Einzelsiegen.

145 In der Endabrechnung reichte es für den viertbesten Österreicher bei der Tournee zwar „nur“ für den siebenten Platz, doch durfte Michael Hayböck immerhin in Garmisch über einen Podestplatz (3.) sowie den neuen Schanzenrekord über sagenhafte 145 Meter jubeln.

1759 Im Nationencup liegt Österreich bereits 1759 Punkte vor den zweitplatzierten Deutschen. Das ist rekordverdächtig!

123.690 Bis auf Bischofshofen (14.300) waren sämtliche Tourneestationen ausverkauft. Inklusive Qualifikationen pilgerten insgesamt 123.690 Fans in die vier Stadien. In Oberstdorf gab es mit 16.500 Zuschauern bei der Qualifikation einen neuen Rekord.