Bormio wartetWarum Vincent Kriechmayr vor Silvester auf Weihnachtskekserl verzichtet

Gröden war für die beiden besten österreichischen Abfahrer keine Offenbarung. Aber Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer rechnen sich schon für die ersten Rennen nach Weihnachten einiges aus - in Bormio.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
ALPINE SKIING - FIS WC Bormio
Österreichs Team jubelte vor einem Jahr in Bormio über einen Doppelsieg - darauf hofft man auch heuer © GEPA
 

Matthias Mayer hatte in Gröden alles versucht, aber wieder war die Saslong nicht der Untergrund für Erfolg. Doch für ihn gilt, was auch für Teamkollege Vincent Kriechmayr gilt: Das war schon immer so. Beide hoffen nun auf die Rennen in Bormio - und da stehen ja noch vor dem Jahreswechsel drei Rennen an: eine Abfahrt und zwei Super-G. Schon einen Tag nach Weihnachten geht es für alle nach Italien, wo schon am Sonntag das erste Training wartet.

Im Vorjahr war Bormio gewissermaßen der "Wendepunkt" in der Abfahrt, davor hatten die Österreicher noch keinen Sieg zu Buche stehen, in Bormio aber gab es dann gleich das Doppel: Mayer vor Kriechmayr. Es war der Startschuss zu einer hervorragenden Saison mit Siegen in Kitzbühel (Mayer) und bei der WM (Kriechmayr). In Gröden haderte Mayer noch ein wenig: "Ich will nicht sagen, dass wir materialmäßig auf dieser Strecke benachteiligt sind. Aber es gibt andere Abfahrten, die uns mehr entgegenkommen", meinte er. Zusatz: "Bormio, zum Beispiel."

Dort wartet die "ruppigste und technisch schwierigste Abfahrt im ganzen Jahr", sagt der zweimalige Olympiasieger, "das ist keine Gleiter- und Schleicherpartie". Und auch Vinc Kriechmayr blickte noch in Südtirol schon nach vor, so richtig Freude wollte aber keine aufkommen. "Bormio, das ist was ganz anderes. Da heißt es vom Start weg fighten, es gibt keine Ruhepausen, es ist die konditionell anspruchvollste Strecke  des Jahres." Vorfreude? "Nein. Die hat man da nie wirklich, weil es so fordernd ist. Selbst, wenn ich dort schon gut gefahren bin."

Das Rezept des Oberösterreichers: "Über Weihnachten zurückhalten, brav trainieren. Man sollte in Bormio nicht zu viel "Gepäck" am Körper haben, nicht zu viel der schönen Menüs essen und auch bei den Kekserln Zurückhaltung üben. Nach Bormio ist dann kurz Zeit zum Verschnaufen."  Aber nicht nur die Österreicher freuen sich.

Auch dem Italiener Dominik Paris kommt ein Lächeln aus, wenn die Sprache auf Bormio kommt. Zumal er in Gröden als Vierter schon knapp am Podest war. "Dazu sag ich lieber nichts", sagt er und das Lächeln wird noch breiter, wenn man ihn fragt, ob er in Bormio nun wieder on top sei. Die Augen blitzen aber; selbst durch die Sonnenbrillen. Was er sagt: "Bormio, das ist selten a Gaude. Es ist auf jeden Fall feiner in Bormio für mich als in Gröden. Ich hatte zu Saisonbeginn ein wenig Probleme, aber wir haben nachgearbeitet, auch beim Material ..." Nachsatz: Fünf Abfahrtssiege in Bormio hat Paris schon.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!