Er siegt und siegt und siegt  Marco Odermatt scheint derzeit nicht zu stoppen. Nach dem "Ausrutscher" und Platz zwei kehrte der Schweizer im zweiten Riesentorlauf in Alta Badia wieder ganz nach oben zurück - sein dritter Sieg im vierten Saisonrennen. Die Österreicher blieben das erste Mal in der einstigen "Sorgendisziplin" ohne Podestplatz. Aber Manuel Feller bewies als fünfter mit starkem zweiten Lauf seine Formstärke - und Stefan Brennsteiner tastete sich mit Platz sieben wieder ein bisschen mehr an die Spitze.

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Über allen thront aber derzeit Marco Odermatt. Der Schweizer hat nun die Plätze 1, 1, 2, 1 zu Buche stehen. Und diesmal nahm er der Konkurrenz bei schwierigen Bedingungen über eine Sekunde ab. Fast wie einst Marcel Hirscher. Doch einen Vergleich mit dem achtfachen Gesamtweltcupsieger will der Schweizer noch nicht: "Der hat ja hier eher mit drei Sekunden Vorsprung gewonnen."

Einem anderen zeigte er sich aber nicht ganz abgeneigt: Rainer Schönfelder beschrieb Odermatt in seinem Podcast "SkiGeschichten" so: "Er fährt konstant wie Marcel Hirscher, ist verwegen wie Bode Miller, cool wie Kjetil Andre Aamodt, zielstrebig und schlaksig wie Pirmin Zurbriggen. Und sein Oberkörper erinnert mich an Wrestling-Held Hulk Hogan!" Da schmunzelte der nunmehr achtfache Sieger eines Weltcuprennens: "Der Vergleich mit Hulk Hogan gefällt mir am besten..."

Die Österreicher? "Verloren" in Durchgang eins gleich Patrick Feurstein, Sensationsvierten des Vortages, der nach vielen Fehlern als 32. knapp Lauf zwei verpasste. "Ich war zu fehlerhaft, habe mich zweimal wieder in den Lauf gerettet. Schade, aber die Form passt", meinte der Vorarlberger. So war abermals Manuel Feller bester ÖSV-Läufer; dabei war er nach Lauf eins noch fuchsteufelswild durch den Zielraum gestapft. Nach Lauf zwei aber breitete er die Oberarme aber wie Flügelschwingen - er war wieder "geflogen". "Im ersten habe ich 60-70 Prozent selbst verschuldet. Im zweiten Lauf ist mir alles besser gelungen. Es war Schadensbegrenzung, damit fällt die Bilanz des Wochenendes o.k. aus."

"Wir tasten uns heran", meinte er, "irgendwann wird es schon reichen, dass wir (mit "wir" meint er immer ihn, seinen Servicemann und die Trainer) auch die ganz vorne nervös machen!" Vor dem ganz vorne zog er aber den Hut: "Chapeau! Was Marco Odermatt aufführt, ist ein Wahnsinn. So konstant, ohne Wackler, unglaublich. Die anderen haben im zweiten Lauf aufgrund der schlechten Piste auch ihre Sekunde aufgebrummt bekommen. Aber eben nicht zwei wie ich im ersten." Jetzt freut er sich auf den Nachtslalom in Madonna am Mittwoch: "Zwei Riesentorläufe an zwei Tagen reichen. Ich bin in der Nacht gefühlt fünf Jahre gealtert..."

Manuel Feller war mit Lauf zwei hochzufrieden
© AP

Auch Stefan Brennsteiner konnte mit Platz sieben leben. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", sagte er mit einem Seufzer und gestand: "Ich hätte heut im Ziel schon gerne den Einser aufleuchten sehen, die grüne Farbe. Als Vierter orientierst du dich eben eher am Podest, da willst du nicht die "4"  sehen", sagte er. Das Podest teilten sich der Italiener Luca De Aliprandini und der Deutsche Alexander Schmid mit Odermatt.

Doch er müsse geduldig bleiben, der Weg stimmt. Das gilt auch für Raphael Haaser, der einen Tag nach einem völlig verpatzten Rennen als 16. sein bestes Riesentorlauf-Ergebnis im Weltcup ablieferte. "Im ersten Rennen habe ich alles verpatzt, dann haben wir was umgestellt. Und das hat funktioniert." Und auch Marco Schwarz war mit seinem Comeback zufrieden: "Gemessen an dem Trainingsumfang, den ich investieren konnte, ist das in Ordnung. Jetzt brauche ich aber einen Tag Pause, denn den Knöchel spüre ich jetzt schon, vor allem, weil es am zweiten Tag sehr schlagig war."