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Ski alpinDer Nationencup ist so spannend wie lange nicht

Kann Österreich die Nationenwertung auch diese Saison gewinnen? Zwölf Stockerlplätze erreichte das ÖSV-Team in bisher 26 Weltcuprennen, aber viele Verletzte und der Riesentorlauf als "Achillesferse" kosten viele Punkte.

Marcel Hirscher
Marcel Hirschers Punkte fehlen Österreich auch in der Nationenwertung © APA/HANS KLAUS TECHT
 

In bisher 26 Weltcuprennen in der Saison 2019/20 haben Österreichs alpine Skirennläufer drei Siege, einen zweiten und acht dritte Plätze geholt. In der Nationenwertung führt das ÖSV-Team mit 3.017 Punkten vor der Schweiz (2.866), die Herren sind mit 280 Rückstand auf die Schweiz Vierter, die Damen führen mit 189 Vorsprung auf Italien. Diese Wertungen haben höchste Priorität für die Verbandsspitze.

Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher wusste der Skiverband, dass es nicht einfach wird, den Nationencup nach Österreich zu holen. Hirschers Leistungen herausgefiltert, wäre dies im vergangenen Winter nicht gelungen. "Wenn andere Nationen die Chance wittern, dann können sie zusätzlich noch Reserven motivieren, mit denen man vielleicht nicht so gerechnet hat. Der Nationencup ist ein großes Ziel, wir sehen, wie eng und knapp das ist. Die Führung kann täglich wechseln", sagte ÖSV-Sportdirektor Toni Giger in Lienz im Gespräch mit der APA.

Was den Gesamtweltcup betrifft, sieht es bei den Damen wieder nach einem Sololauf der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin aus. Bei den Herren indes sind die Karten in der Saison eins ohne Achtfachgewinner Hirscher neu gemischt, Speedpiloten und Techniker haben die Chance. Der Führende Norweger Aleksander Aamodt Kilde (474) hat nach 14 Rennen kein allzugroßes Polster auf Dominik Paris (ITA/454), Alexis Pinturault (FRA/401), Henrik Kristoffersen (NOR/379), Matthias Mayer (AUT/362), Beat Feuz (SUI/361) und Vincent Kriechmayr (AUT/360).

"Im Jänner wird sich zeigen, wer eine stabile Form aufbaut. Kristoffersen, Pinturault, es haben alle Punkte liegen gelassen. Das zeigt doch auch im Nachhinein, wie fantastisch Marcel das acht Jahre lang gehandelt hat, dass er seine Punkte wirklich konstant bei jedem Rennen holte", sagte Giger. Das Favoritenleiberl zu tragen sei eine Rolle, die für alle neu sei.

Von schweren Verletzungen getroffen wurde vor allem die Damen-Mannschaft, bei den Herren heißen die jüngsten Ausfälle Hannes Reichelt und Christopher Neumayer (Knieverletzungen in Bormio). "Verletzungen sind schlechte Tage für uns. Man kann sicher mit einem schlechten Ergebnis besser zurechtkommen als mit einer Verletzung. Die Mannschaft ist das ganze Jahr zusammen, wenn sich jemand verletzt, ist das bitter und schwer zu verdauen", weiß Giger.

Bei den Damen habe man mit den vielen Verletzungen und der Sache um Katharina Liensberger (fehlender Ausrüstervertrag) einen schwierigen Saisonstart gehabt. "Aber wir können auch sagen, dass sich viele Mädels sehr gut entwickelt haben. Nach Kathis drittem Platz stand uns allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, dass alles auf einem positiven Weg ist", sprach er die Riesentorlauf-Performance von Liensberger in Lienz an.

Im Speedbereich habe man bei Damen und Herren gezeigt, dass man ganz vorne dabei sei. "Mannschaftlich haben wir aber noch mehr Potenzial, dass wir noch mehr erreichen können." Im Super-G gab es Siege für Mayer (Lake Louise) und Kriechmayr (Gröden) sowie Nicole Schmidhofer in der Abfahrt (Lake Louise). In den Speedbewerben kamen ein zweiter und ein dritter Platz für Kriechmayr, zwei dritte für Mayer und ein dritter für Stephanie Venier dazu.

Dünner sind die Erfolge in den technischen Bewerben gesät. "Unsere Achillesferse, das haben wir auch gewusst, ist der Riesentorlauf. In Sölden haben wir mit zwei Männern unter den 30 der Startliste begonnen, das sagt über die Ausgangsposition schon sehr viel aus. Aber bei Damen wie Herren haben wir gesehen, dass wir in der Zeit von Sölden bis jetzt gute Fortschritte gemacht haben, die sich teilweise schon in Resultaten niederschlagen", erklärte der Sportdirektor.

Im Parallel-Riesentorlauf von Alta Badia wurde Roland Leitinger Dritter, auch Liensbergers dritter Platz in Lienz kam überraschend. "Mit dem habe ich ehrlich gesagt, erst in der zweiten Saisonhälfte gerechnet. Das ist eine sehr positive Entwicklung, aber da gibt es schon noch einiges an Arbeit." Zuerst gelte es die Ausgangsposition deutlich zu verbessern. "Bei den Herren müssen wir wieder jemanden in die erste Gruppe bringen und fünf bis sechs in die 30. Weil es natürlich mit den hohen Nummern sehr schwierig ist."

Den Technikern fehlt mit Manuel Feller ein starker Athlet wegen Bandscheibenvorfalls. "Ich hoffe, dass man im neuen Jahr bei den Slaloms schön langsam wieder anfangen kann", sagte Giger. Die Slalom-Herren warten noch auf einen Podestplatz, bei den Damen schafften dies jeweils als Dritte Katharina Truppe im Spezial- und Franziska Gritsch im Parallel-Slalom.

Kommentare (3)

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joe1406
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Wahnsinn!

Das wird mir aber echt schlaflose Nächte bereiten. Eine der wichtigsten Wertungen der Sportwelt - der alpine Skisport-Nationencup wird zum echten Thriller! Bislang genügte ein Marcel Hirscher um ihn für Österreich zu gewinnen und jetzt fightet die ganze Welt (äh drei Nationen) um die Nummer eins! Der Artikel ist trotzdem eine starke Ist-Analyse der aktuellen Situation - aber der Schröcki wird langsam nervös und wird die Peitsche auspacken. Österreich mit Riesenaufwand, einer gewaltigen Schi-Lobby nicht mehr die Nummer eins im Nationencup? Da müsste aber der Präsident zurücktreten oder?

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satiricus
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"Da müsste aber der Präsident zurücktreten, oder?"

Gute Feststellung/Frage!
Aber bevor ein Präsident Schröcksi (freiwillig) zurücktritt, rinnt eher die Drau von Lavamünd zurück in Richtung Osttirol :-))

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5eb7da484beaee2a044a78a3cf8d3a1e
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8
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Naja,wer die wenigsten Verletzten hat,

wird gewinnen. Angesichts der vielen Schwerverletzten ist es schon egal wer gewinnt. Jeder, der die Saison verletzungsfrei überlebt - ist ein Sieger.

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