Das Frühjahr ist für Julia Scheib 2025 um einiges herausfordernder als in den Jahren zuvor. Das liegt aber nicht etwa an einem verschärften Konditionstraining, sondern vielmehr an den zahlreichen Terminen, die Österreichs beste Riesentorläuferin zu absolvieren hat. Nach ihrem besten Weltcup-Winter der Karriere ist die Steirerin eine gefragte Frau – nach Jahren voller Verletzungen und Rückschläge eine Art Belohnung. „Die Aufmerksamkeit ist jetzt sicher eine andere, aber das freut mich irrsinnig. Dieser Sport hat mir so viel gegeben von Kindheit an und es ist schön, dass ich manche jetzt dafür begeistern kann. Das freut mich einfach.“
Auf der offiziellen Terminliste stand nun auch ein Besuch bei „Eisbär Sportmoden“ auf dem Programm, wo die Steirerin auch ihre eigene „Signature Line“ von Kopfbedeckungen entwickelte und hinter die Kulissen der Produktion blickte. Dabei ließ sie ihren ganz persönlichen Stil einfließen. „Ich freue mich immer darüber, wenn ich die Chance bekomme, tiefere Einblicke in manchen Gebieten zu bekommen. Jetzt weiß ich, was hier dahintersteckt und wie die Produktion funktioniert, das war extrem spannend.“ Für die 27-Jährige nicht der erste Besuch dieser Art. Vor einigen Wochen stattete sie auch ihrer Ski-Firma Rossignol einen Besuch ab und schwärmte von der Zeit im Südosten Frankreichs.
Scheib als Shootingstar
Mit ihren jüngsten Erfolgen und dem authentischen Auftreten zählt Scheib zu den Shootingstars im alpinen Ski-Zirkus. Das macht sich auch daran bemerkbar, dass sie mit Getränkehersteller „Rauch“ einen neuen Kopfsponsor präsentierte. „Derzeit ist einfach alles stimmig und es läuft einfach. Im Konditionstraining bin ich da, wo ich sein soll und ich fühle mich einfach sehr gut.“ Direkt nach dem Saisonabschluss sah das noch etwas anders aus. Denn neben vielen Höhen gab es im abgelaufenen Weltcup-Winter mit dem „Nuller“ inklusive Sturz bei der Ski-WM auch einige Täler zu durchschreiten. „Ich habe schon eine gewisse Zeit gebraucht und wollte einfach einmal daheim sein. Die Saison war sehr intensiv, das habe ich auch daran gemerkt, dass ich überdurchschnittlich oft krank war. Das hat gezehrt“, verrät die Frauentalerin. Mittlerweile liegt der Fokus aber voll und ganz auf der kommenden Saison.
In dieser hat Scheib viel vor. Wenn es im August zum Training nach Argentinien geht, sind auch die längeren Super-G-Ski im Gepäck. „Das steht definitiv auf dem Plan. Deshalb ist es auch gut, dass unser neuer Coach von der Speed-Seite kommt. Ich muss Erfahrung im Super-G sammeln und habe sicher noch Aufholbedarf. Die Basis im Riesentorlauf stimmt, deshalb bin ich optimistisch, dass ich beide Disziplinen fahren kann.“ Der „neue Coach“ hört auf den Namen Martin Sprenger und trainierte bereits gemeinsam mit Scheib und Kolleginnen. „Wir müssen uns alle sicher noch besser kennenlernen aber das ganze Trainerteam bringt viel Erfahrung mit, das wird uns allen helfen.“ Zum Start in Sölden will Scheib jedenfalls bereits in Höchstform sein, Monate später bei den Olympischen Winterspielen in Cortina auch. „Es kribbelt tatsächlich schon, wenn ich das Wort Olympia höre. Das macht etwas mit einem. Es könnte wirklich eine super Sache werden.“