In einem sportlich äußerst geschmacksvollen italienischen Sandwich befindet sich Conny Hütter vor dem mit Spannung erwarteten Weltcup-Finale im US-amerikanischen Sun Valley. Gerade einmal 16 Punkte fehlen der Steirerin auf Überfliegerin Federica Brignone und die erfolgreiche Verteidigung der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt. Nur 18 Zähler hinter Hütter rechnet sich auch Speed-Queen Sofia Goggia noch beste Chancen aus – der letzte Bewerb auf der Challenger-Piste in Idaho verspricht also Spannung.
Gut möglich, dass sich ähnliche Szenen wie beim Weltcup-Finale im Vorjahr in Saalbach-Hinterglemm abspielen. Damals ging Hütter als Außenseiterin in das letzte Saisonrennen, schnappte Lara Gut-Behrami mit ihrem Sieg aber gerade noch die kleine Kristallkugel weg. „Es war hochdramatisch, fast schon ein bissl filmreif. Im Ziel hat es mich fast zerrissen“, sagte die 32-Jährige damals über den wohl größten Erfolg ihrer Karriere. 2025 sieht die Ausgangslage anders aus, das weiß auch das steirische Speed-Ass. „Es ist alles offen und es ist cool, beim Finale in so einer Position zu sein. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, dass die Saison bis jetzt echt lässig war“, erklärt die selbstbewusste Kumbergerin. Von der Überraschungskandidatin avancierte Hütter in den vergangenen Jahren zur absoluten Siegfahrerin und Teamführerin.
Hütter stärker denn je
Auch mental fand die neunfache Weltcup-Siegerin zu neuer Stärke. Auf eine für sie enttäuschende Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm folgte in Kvitfjell direkt ein Abfahrtssieg und Platz drei – eine starke Antwort auf schwierige Zeiten im Jänner und Februar, in dem Hütter mit ihrer Form kämpfte. „Ich finde es cool, dass ich mich aus dem Tief rausgekämpft habe.“ Die Ausgangslage beim Finale ist klar. Mit Platz eins und den 100 Punkten wäre Hütter die kleine Kristallkugel nicht mehr zu nehmen, auch wenn die italienische Konkurrenz auf das Stockerl fährt. Gelingt ihr keine Siegesfahrt, beginnt die große Rechnerei. „Letztes Jahr war es leichter, weil keiner mit mir gerechnet hat und ich auch nicht. Heuer bin ich schon in einer anderen Situation“, sagte das ÖSV-Ass.
In den USA fühlt sich die Steirerin jedenfalls wohl. Den Saisonauftakt in Beaver Creek gewann Hütter – ein gutes Omen sozusagen. „So wie ich die Saison angefangen habe, möchte ich sie zu Ende bringen.“ Neben der steirischen Teamleaderin greifen zum Saisonabschluss auch Ariane Rädler, Mirjam Puchner, Stephanie Venier und Christina Ager nach dem Tagessieg und sind im Ernstfall bereits darauf vorbereitet, die Kristallkugel gemeinsam zu feiern.