Es gibt ja für alles einen guten Spruch. Für Österreichs Skifahrer könnte man diesen nehmen: „Wir haben keine Chance, aber die nutzen wir!“ Nach der Papierform könnte das Wochenende auf der Streif ernüchternd sein. Und doch ist im Skisport immer alles möglich. Auch, dass die Papierform ad absurdum geführt wird. Denn der Punkt ist: Österreichs Ski-Herren sind durchaus in der Lage, schnell Ski zu fahren.

Man kann trefflich darüber diskutieren, ob es eine gute Entscheidung ist, wenn Vincent Kriechmayr schon eine Woche nach der Kapitalbrezen von Wengen wieder auf der Streif Rennen fährt. Und auch, ob Raphael Haaser, der sich vor knapp vier Wochen das Kreuzband gedehnt hat, ebenso just hier wieder im Super-G dabei ist. Letztlich müssen beide selbst wissen, was sie sich und ihrem Körper zumuten können.

Es geht um viel, nicht nur um das Prestige in Kitzbühel. Die WM im eigenen Land steht an, da muss dann performt werden. Heute darf es sein, könnte man meinen. Es wäre ein gutes Zeichen, die schier „unschlagbaren“ Schweizer zu besiegen. „Man muss sie dort angreifen, wo sie nicht damit rechnen“, sagte Dominik Paris nach dem Training, „vielleicht ja hier auf der Streif.“ Aber, wie gesagt: Gegen Odermatt und Co. haben die anderen keine Chance. Sie müssen sie nur nützen ...