Nach dem enttäuschenden Start in die Heim-Weltmeisterschaft mit dem „Nuller“ im Teambewerb kommt das österreichische Team in Saalbach-Hinterglemm immer besser in Fahrt. Nur einen Tag nach der Goldenen durch Stephanie Venier im Super-G der Frauen jubelte Raphael Haaser bei den Männern über Silber im Super-G. Der Tiroler konnte zwar nicht mit Sieger Marco Odermatt mithalten, der die Konkurrenz bei seiner Goldfahrt deklassierte, mit einem „soliden“ Lauf reichte es aber zu Platz zwei.
Die Freude war dementsprechend groß, hatte Haaser in dieser Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Doch schon mit seinem zweiten Platz im Super-G von Kitzbühel avancierte der 27-Jährige zum Geheimfavoriten. Dieser Rolle wurde er auch gerecht. „Oben war es ganz gut, leider bin ich dann ab der Mittelstation ein bisschen zu viel in der Gegend herumgefahren“, gestand Haaser. Es freut mich riesig, dass ich heute meine Leistung abrufen konnte. „
Grußworte an Schwester
In Val d‘Isere musste Haaser in diesem Winter noch abtransportiert werden. Die Diagnose: Eine Überdehnung des Kreuzbandes. Die Ski-WM verlor er aber nie aus den Augen. „Natürlich war ich dann ein bisschen niedergeschlagen. Dann habe ich aber gleich gedacht, so schlimm ist es nicht, konnte nur den Fuß nicht ganz durchbiegen. Nach der Diagnose habe ich gewusst, ich bin mit einem blauen Auge davongekommen.“ In den folgenden Wochen arbeitete der Tiroler hart, um beim Großevent dabei zu sein.
Für seine Schwester ist die WM nach ihrem Sturz im Super-G hingegen schon vorbei. Das ging auch am Bruder nicht spurlos vorüber. „Als ich gestern am Nachmittag die Diagnose mitbekommen habe, hat mich das schon mitgenommen. Sie hat in den letzten Jahren viel durchgemacht.“ In der Nacht habe Ricarda aber bereits eine Nachricht geschickt und den Bruder aufgefordert, sein Kunststück aus Kitzbühel zu wiederholen. „Das ist mir dann auch nicht schlecht gelungen.“ Das ORF-Interview nutzte der frisch gebackene Silbermedaillengewinner dann auch, um ein paar Grußworte an seine Schwester im Krankenhaus zu senden: „Du packst das schon und wir sehen uns bald wieder auf der Piste!“