Was für eine Geschichte. Im Vorfeld der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm wusste ÖSV-Speed-Ass Stephanie Venier nicht ganz so wirklich, mit welcher Erwartungshaltung sie bei der Heim-Weltmeisterschaft an den Start gehen soll. Sie hatte zuletzt immer wieder mit chronischen Knieschmerzen zu kämpfen. Eine Operation stand im Raum, der sie sich schließlich nicht unterzog, „da ich nicht mehr ewig lange Skifahren werde. Hätte ich die OP gemacht, wäre ich ein Jahr ausgefallen und hätte vermutlich zwei Jahre gebraucht, um wieder Anschluss zu finden.“ Viele Wochen und Monate waren neben den Skieinheiten geprägt von Kraft-, Rumpf- und Ausdauertraining sowie diverser Therapien wie Stoßwellen, Akupunktur, manuelle Behandlungen und auch Mobilisierung.

Das alles gehört zwar nicht der Vergangenheit an, doch Veniers Kampf hat sich nach einigen Strapazen ausgezahlt. Die 31-jährige Speed-Spezialistin kürte sich in Saalbach zur Super-G-Weltmeisterin. Und sie kann es noch kaum fassen. „Wahnsinn, ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll. Ich habe die Nacht so schlecht geschlafen, habe mich aber beim Einfahren gut gefühlt und es ist alles aufgegangen“, strahlt die 31-Jährige mit der Sonne um die Wette.

„Das sagt sich immer leicht“

Venier habe während der Fahrt gespürt, „dass etwas weitergeht und ich in die Hocke hineinpushen kann.“ Es schließt sich für die Wintersportlerin in Saalbach nun ein Kreis, da sie letzte Saison an diesem Schauplatz die Kugel verlor „und jetzt habe ich Gold gewonnen“.

Um Freudentaumel vergisst sie auch keineswegs ihren Servicemann Simon, „für den es mich extrem freut. Er ist heuer das erste Mal dabei bei mir und jetzt sind wir Weltmeister“, lächelt Venier, die nun in der Abfahrt völlig befreit drauflosfahren kann.