So schnell kann es gehen. Mitte Februar hatte Sebastian Ofner in der ersten Runde des Lille-Challengers die fünfte Niederlage des Jahres kassiert. Dem gegenüber stand nur ein einziger Sieg, den er in der ersten Runde der Australian-Open-Qualifikation holen konnte. Umso erfreulicher, dass der Mürztaler nun mit den Challenger-Titeln in St. Brieuc und Thionville innerhalb von nur zwei Wochen das Erfolgsruder herumreißen konnte. „Ich hatte eine toughe Anfangsphase in diesem Jahr, deshalb ist die Freude über die beiden Turniersiege mit zehn Matchsiegen in Folge natürlich riesengroß. Jetzt ist das Selbstvertrauen wieder auf einem hohen Level und ich kann mich auf meine Schläge und meinen Körper verlassen“, sagt der 29-jährige Steirer.
Dank dieser Kehrtwende katapultierte sich Ofner in der Weltrangliste auf Platz 85 nach vorne. „Dass ich jetzt wieder in den Top 100 stehe, ist natürlich super, dürfte ich jetzt wohl ziemlich sicher ein Ticket für den Paris-Hauptbewerb haben. Wenn ich in den nächsten Wochen weiter so performe, würde sich vielleicht auch für Madrid und Rom der Hauptbewerb ausgehen.“ Angenehmer Beigeschmack: Der St. Mareiner ist auch wieder Österreichs Nummer eins – einen Platz vor seinem steirischen Landsmann Filip Misolic. „Wieder die Nummer eins zu sein, ist immer etwas Besonderes. Auch, wenn ich dabei von Misos Verletzung profitiere. Ich hoffe, er kann schneller zurückkehren, als es prognostiziert ist.“
Erst Murcia, dann Alicante
Bleibt noch die Frage, wie der weitere Fahrplan Ofners aussieht? „Ich werde vorerst auf der Challenger-Tour bleiben und ab 16. März in Murcia spielen, danach ist noch Alicante. Dann kommt es darauf an, ob ich bei den 250ern in Bukarest und Marrakesch in den Hauptbewerb reinkomme. Wenn nicht, wäre noch ein Turnier in Menorca. Madrid und Rom spiele ich auf alle Fälle – wenn nicht im Hauptbewerb, dann eben die Qualifikation.“
Misolic, der sich in Lille am rechten Fuß eine Ruptur der Plantarfaszie (dabei handelt es sich um eine Sehnenplatte unter der Fußsohle, die vom Fersenbein zu den Zehen verläuft) zugezogen hat, ist weiter zum Nichtstun verdammt. „Derzeit befindet sich Filip in Istrien und macht dort Magnet- und Stoßwellentherapie. Er muss weiter auf Krücken gehen und eine Orthese tragen“, berichtet Misolics Schwester und Managerin Nina. Wie lange die Pause dauern wird, ist ungewiss. „Ein Arzt sagt acht Wochen, der nächste zwölf oder noch länger. Wir schauen nur noch von Tag zu Tag.“
Eine ernste Verletzung
Bleibt zu hoffen, dass der 24-Jährige baldigst wieder auf die Tour zurückkehren kann, hat diese Verletzung doch bereits zwei österreichischen Topspielern die Karriere gekostet. 2015 zog sich Andreas Haider-Maurer dieselbe Verletzung zu, fiel insgesamt 19 Monate aus und konnte anschließend nicht mehr an frühere Erfolge anschließen. Auch Mira Antonitsch musste aufgrund dieser Verletzung ihren Schläger an den Nagel hängen.