Starker Auftritt von Lilli Tagger! Die erst 18-jährige Osttirolerin feierte in Indian Wells bei ihrer Hauptbewerb-Premiere auf Masters-Ebene einen klaren 6:2, 6:4-Erfolg über die weit höher eingeschätzte Französin Varvara Gracheva. Tagger, die als Nummer 119 der Weltrangliste weit hinter ihrer Konkurrentin liegt (Nr. 58), schaffte im zweiten Satz das entscheidende Break zum 5:4 und konnte nach 82 Minuten ihren zweiten Matchball verwandeln.
„Vor dem Match war ich sehr nervös. Es war schon etwas Besonderes, hier spielen zu dürfen. Und wenn man die Chance hat, dann will man sie auch nützen. Es war heute sehr windig, doch wir haben es taktisch gut angelegt und ich konnte sie gut aus dem Konzept bringen“, erzählte Tagger nach dem Match. Den Erfolg selbst bezeichnet die Österreicherin als „Wahnsinn! Vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich jetzt hier stehe und gegen so eine Spielerin gewinnen kann. Deshalb bin ich auch sehr stolz auf mich.“ So, wie auch ihre Trainerin Francesca Schiavone: „Auch sie hat Emotionen gezeigt, weil wir wissen, wie viel Arbeit hinter diesem Erfolg steht. Deswegen war es ein sehr besonderer Moment.“
Für die Österreicherin ist es der bis dato größte Erfolg, der sie im Ranking dank der eroberten 35 WTA-Punkte (sowie 36.000 Dollar Preisgeld) auch zumindest bis auf Position 112 und damit so weit nach oben wie noch nie katapultieren wird. Doch möglicherweise ist für Tagger, die dank einer Wildcard im Hauptfeld steht, die tolle Reise beim heimlichen fünften Grand Slam des Jahres noch nicht vorbei. So geht es am Samstag gegen die Griechin Maria Sakkari.
Die Nummer 32
Die ehemalige Top-Ten-Spielerin aus Griechenland ist in der kalifornischen Wüste auf Position 32 gesetzt und hatte in der ersten Runde ein Freilos. „Sie ist definitiv eine sehr, sehr gute Spielerin. Wir werden schauen, dass wir uns eine gute Taktik zurechtlegen können und dann werde ich am Samstag mit Vollgas draulosspielen. Ich freue mich auf alle Fälle riesig auf das Match. Für mich wird es auf alle Fälle wieder ein sehr spezieller Moment werden“, sagt Tagger, die in der anschließenden Pressekonferenz eine gefragte Person war: „Es war sehr spannend, die meisten wollten eigentlich wissen, wie es zu meiner Entwicklung kam und wer ich als Mensch bin.“
Sollte Tagger auch diese Hürde nehmen können, würde sie am Montag voraussichtlich auf die an Nummer zwei gereihte Polin Iga Swiatek treffen.