Manchmal braucht es im Sport und da vor allem auch im Fußball Nerven aus Stahl – und gute Stimmbänder. Beides wurde bei Trainer Michael Sammer (und wohl nicht nur bei ihm) aufs Äußerste strapaziert. „So ein Spiel braucht man nicht oft im Leben, das kostet Energie“, sagt er mit leicht angegriffener Stimme und lacht, wissend, dass der Auftritt seiner Spieler im Steirer-Cup gegen Pachern mehr als ansehnlich war. „Die Mannschaft hat eine unglaubliche Moral bewiesen. So einen Kampfgeist habe ich noch nie kennenlernen dürfen.“ Am Ende feierte der Oberligist Gabersdorf nämlich einen Sieg im Elfmeterschießen und der Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich.

Die Südsteirer lagen gegen den Landesligisten schon 1:3 im Hintertreffen, ehe der Trainer in der Pause nachjustierte. Eine Brandrede war nicht notwendig, es fehlten nur Nuancen. „Wir haben die Tore zu einfach kassiert, aber es war nicht alles schlecht.“ Die Änderungen gepaart mit der Moral sorgten nach einem 1:5-Rückstand tatsächlich für ein kleines Fußballwunder. „Wenn man 5:1 führt und das Spiel unter Kontrolle hat und das dann passiert, ist das wirklich schwierig zu erklären“, sagt Pachern-Trainer Mario Innerhofer-Ambros. „Wenn wir ein Gegentor bekommen, dann ist ein bisschen der Wurm drinnen. Da sind wir ein bisschen in einer Schockstarre. Gabersdorf war auf einmal voll da.“ Tai Kmetec war es dann, der mit seinen zwei Treffern in der Nachspielzeit (91. und 96. Minute) für das 5:5 und die Verlängerung sorgte. „Wer Gabersdorf kennt, der weiß, dass sie von der Emotion und der Leidenschaft leben“, sagt Innerhofer-Ambros.

Sieg im Elferschießen

In der Verlängerung blieb es dramatisch. „Ich hatte an der Linie nie den Eindruck, dass meine Mannschaft sich aufgegeben hätte. Nicht einmal, als wir in der Verlängerung zwei Mal den Ausgleich kassiert hatten“, erzählt Sammer. Ein Elfmeter durch Kevin Masser brachte Pachern den 7:7-Ausgleich und in die Entscheidung vom Punkt. Dort parierte Gabersdorfs Andreas Steirer einen Versuch von Enis Bashotaj und der Abend war für die Heimischen perfekt. Das Elfmeterschießen endete 5:3.

Das große Feiern blieb dennoch aus. „Hut ab auch da vor meiner Mannschaft. Es hat sich im Rahmen gehalten“, sagt Sammer, der sein Team am Freitag in den Ligaauftakt bei Aufsteiger Hengsberg (10.30 Uhr) führt. „Auch da haben wir hohe Ziele.“ Im Steirer-Cup kommt nun mit Kalsdorf am 2. September ein Regionalligist.