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Nach DisqualifikationWarum Novak Djokovic bei den US Open ausgeschlossen wurde

Im "Official Grand Slam Rule Book 2020" steht geschrieben: Bei schwerem Vergehen von "Physical Abuse" ist das Match zu beenden. Novak Djokovic ist nicht der erste Superstar dem das bei einem Grand Slam passiert: Auch Serena Williams und John McEnroe wurden disqualifiziert.

© AP
 

Der Ausschluss von Novak Djokovic bei den US Open sorgt aktuell für große Diskussion. Während für die einen völlig klar ist, dass der Serbe auszuschließen ist, halten andere die Reaktion der Verantwortlichen für völlig überzogen. Absicht läge nämlich keine vor - und die Nummer eins der Welt wollte die Linienrichterin auch tatsächlich nicht treffen.

Hier können Sie die ganze Szene inklusive anschließender Diskussion zwischen Schiedsrichter und Djokovic nachsehen.

Das "Official Grand Slam Rule Book 2020" zeigt aber, dass der Schiedsrichter gar keine andere Wahl hatte, als Djokovic auszuschließen. Im Kapitel III steht unter Punkt Q und "Physical Abuse" nämlich:

"Players shall not at any time physically abuse any official, opponent, spectator or other person within the precincts of the tournament site.
Violation of this Section shall subject a player to a fine up to $20,000 for each violation. In addition, if such violation occurs during a match (including the warmup), the player shall be penalised in accordance with the Point Penalty Schedule hereinafter set forth."

Als Strafenkatalog ist aufgelistet:

  • Warning
  • Point Penalty (also Punkteabzug)
  • Game Penalty (also Partieverlust)

Und es ist auch klipp und klar geklärt, dass bei extremen Fällen, und der liegt bei Djokovic vor, sofort auf Partieverlust zu entscheiden ist. Djokovic versuchte noch auf dem Platz zu argumentieren, dass die Linienrichterin nicht unbedingt ins Krankenhaus muss. Die Antwort eines Offiziellen: Wäre die Frau nicht zusammengebrochen, wäre eine Fortsetzung der Partie (mit Punkteabzug für Djokovic) denkbar gewesen.

Eine Disqualifikation bei den US Open musste auch Serena Williams bei den US Open hinnehmen. 2009 servierte die Amerikanerin gegen Kim Clijsters gegen den Matchverlust, als sie eine Linienrichterin, die einen Fußfehler erkannte, der zum Doppelfehler führte, bedroht haben soll.

1990 wurde John McEnroe bei den Australian Open ausgeschlossen, weil er drei Mal gegen diverse Regeln verstoßen hatte. Kurios: McEnroe dachte damals, er hätte noch einen weiteren Verstoß gut - bedachte oder wusste nicht, dass die Anzahl der Verwarnungen erst kurz davor von vier auf drei reduziert wurde.

Kommentare (13)

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tintifax
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Di9e Disqualifikation

ist laut Regeln EINDEUTIG gedeckt und geregelt. Diskussionen diesbezüglich sind hinfällig. Es ist wie es ist. Punkt.

pesosope
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tintifax

was steht da genau in dieser Regel?

tintifax
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Im Artikel nachzulesen:

"Players shall not at any time physically abuse any official, opponent, spectator or other person within the precincts of the tournament site.
Violation of this Section shall subject a player to a fine up to $20,000 for each violation. In addition, if such violation occurs during a match (including the warmup), the player shall be penalised in accordance with the Point Penalty Schedule hereinafter set forth."

pesosope
1
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tintifax

ja das habe ich eh gelesen, aber der Matchverlust steht erst an dritter Stelle, denn zuvor muss eine Verwarnung ausgesprochen werden, danach eine Geldstrafe und erst dann wäre der Verlust des Matches gegeben. Er hat aber weder eine Verwarnung noch eine Geldstrafe kassiert und somit lässt sich die ATP schon einen netten Spielraum für ihre Entscheidungen. Siehe Thiem, der hat im vollen Bewusstsein ein nicht registriertes Getränk offen zur Schau gestellt, was ja strikt verboten ist, und da ist nichts, außer ein Handtuch zum Verdecken, passiert. Damit meine ich, dass die Verbände die Regeln/Gesetze immer nur so auslegen wie sie gerade aufgelegt sind.

tintifax
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Di9e:

-9 ... sorry ... Tippfehler!

wjs13
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Die Rache der ATP ist süss

Ziemlich dumm vom Djoker, dass er denen diese Gelegenheit bot.

Kugo
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US Open kein ATP Turnier!

Alle vier Grand Slam Turniere, der Daviscup bzw. FedCup stehen unter der Ägide der ITF (Internationaler Tennisverband). Das Tennisregulativ (Tennisregeln, Verhaltensregeln für Spieler, Code of Officials usw.) werden ebenfalls von der ITF vorgegeben und gelten auch auf der ATP-Tour.

Elli123
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von klipp und klar....

kann keine Rede sein. Der Ausschluss war gänzlich überzogen. Offensichtlich ist der Autor dieses Artikels der Englischen Sprache nur teilweise mächtig.

erstdenkendannsprechen
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Finde ich nicht.

djokovic ist der derzeit beste tennisspieler der welt - keine frage. ich finde, er ist innovativ auf dem platz und auch abseits davon- absolut sympathisch. aber er lotet die grenzen schon aus, und schrammte schon ein paarmal so dran vorbei, disqualifiziert zu werden. es ist sich immer mit verwarnungen ausgegangen, und wir können wohl davon ausgehen, dass djokovic, der auch intelligenzmäßig ziemlich was auf dem kasten hat, das bewusst riskiert. auch wenn dieser zwischenfall bloße unvorsicht war - es ist dann halt einmal der punkt erreicht, an dem ein schiedsrichter disqualifiziert (und das ging auch schon spielern und spielerinnen vor ihm so). macht ihn das zu einem schlechteren tennisspieler? wohl eher das gegenteil wird der fall sein...

goje
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Nein, der Ausschluss ist die logische Konsequenz

Djokovics Verhalten auf dem Platz. Er gehört aktuell zu den meistverwarnten Spielern. Es war nur eine Frage der Zeit, wann ein Schiedsrichter hier durchgreift.

Amadeus005
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Ausschuss voll okay

Es war schon sein zweiter Schuss in die Leute.
Die ist nicht zusammengefallen, weil sie Show machte. Das war ziemlich hart.

pesosope
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Amadeus

nein , war es nicht, denn den ersten Bal hat er flach zur leeren Tribüne geschlagen. Es war natürlich dumm von ihm, aber das wegschlagen als solches ist ja nicht strafbar und dass er die Dame getroffen hat, war ein bedauerlicher Zufall. Aber da müsste in den Regeln genau stehen, dass das Treffen eines Mitarbeiters zum Ausschluss führt und das steht ja nirgends. Ich glaube jedenfalls, dass er niemals disqualifiziert worden wäre, hätte er nicht kurz vorher die neue Spielergewerkschaft gegründet, denn so etwas vergisst oder akzeptiert nämlich kein Verband ohne Grollen

Edlwer
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Spielergewerkschaft gründen...

... selber nicht fit zu sein im Benehmen, das passt einfach nicht zusammen.
Es ist aber aber wohl ein Zeichen der Zeit dass man auf der einen Seite die anderen Schlechtmachen will, dabei aber nicht darauf achtet, was man selber so macht. Schuld ist eben immer der andere.
Wenn er schon eine Spielergewerkschaft gründet weil er meint, schlecht behandelt zu werden, sollte er schon soviel Anstand haben sich selber ordentlich zu benehmen und nicht wegen jeder Kleinigkeit auszurasten oder sich abreagieren zu müssen...