Jiujiang liegt in der chinesischen Provinz Jiangxi und ist auch als „Stadt der neun Flüsse“ bekannt. Dem Großteil der Österreicher dürfte dieser ferne Ort nicht unbedingt etwas sagen. Zumindest bis diese Woche, hat sich Jiujiang doch nun in das Gedächtnis der rot-weiß-roten Tennisfans eingebrannt. So hat Lilli Tagger im fernen „Reich der Mitte“ mit ihrem ersten Finaleinzug auf WTA-Ebene ein Stück österreichische Sportgeschichte geschrieben. Auch, wenn sie das Endspiel gegen die Russin Anna Blinkowa, die im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust blieb, mit 3:6, 3:6 verloren hat.

Die Osttirolerin, die von Ex-Weltklassespielerin Francesca Schiavone trainiert und von Sinner-Manager Alex Vittur betreut wird, verpasste es damit, eine zwölfjährige rot-weiß-rote Durststrecke zu beenden – so bleibt die Vorarlbergerin Yvonne Meusburger weiter Österreichs letzte Turniersiegerin auf der großen Damentour (2013 in Bad Gastein). Trotzdem ist der Erfolg Taggers nicht hoch genug einzuschätzen, schaffte es die 17-jährige Lienzerin gleich bei ihrem WTA-Debüt als Wildcard-Spielerin ins Endspiel und konnte zwei Top-100-Spielerinnen bezwingen.  

Zu viele Eigenfehler

Das Endspiel startete mit vier Breaks, ehe Tagger zum 3:2 erstmals den Aufschlag durchbrachte. Allein dieses Game dauerte 15 Minuten. Doch Blinkowa schlug zurück, drehte den Verlauf rasch zu einer 4:3-Führung und brachte den Satz nach 56 Minuten mit 6:3 nach Hause. Im zweiten Durchgang blieb zuerst alles in der Reihe, ehe der Russin das Break zum 5:3 gelang. Danach ließ Blinkowa nichts mehr anbrennen und verwandelte nach 1:42-Stunden ihren zweiten Matchball zum 6:3, 6:3-Endstand. Das Ergebnis fiel deutlicher aus, als es der Matchverlauf war. „Das Halbfinale war sehr fordernd für mich, deswegen fehlte mir im Finale ein bisschen die Energie. Außerdem hat der erste Aufschlag nicht so gut funktioniert und meinen zweiten hat sie sehr gut retourniert“, resümierte Tagger das Endspiel und gratulierte Blinkowa bei der Siegerehrung: „Du hast ein tolles Turnier gespielt, du warst heute die bessere Spielerin und hast den Titel verdient.“ Und weiter: „Danke an mein Team und an meine Trainerin Francesca. Wir arbeiten sehr hart und ich danke dir, dass du immer an meiner Seite bist.“

Der Finaleinzug in Jiujiang ist für Tagger, die mit 21.500 Dollar ihren bisher größten Preisgeld-Scheck kassierte, der krönende Abschluss einer sensationellen Saison. Als Nummer 773 der Weltrangliste in das Jahr gestartet, feierte Tagger Ende März im spanischen Terrassa ihren ersten ITF-Titel. Der Öffentlichkeit bekannt wurde das 1,85 große Talent Anfang Juni mit dem Triumph beim Juniorinnen-Bewerb der French Open – als erste Österreicherin. Im September folgten die ITF-Titel Nummer zwei und drei in Bukarest und Kuršumlijska Banja, im Oktober wurde sie zu Österreichs Aufsteigerin und Nachwuchssportlerin des Jahres gewählt.

Der Finaleinzug in Jiujiang ist für Tagger, die mit 21.500 Dollar ihren bisher größten Preisgeld-Scheck kassierte, der krönende Abschluss einer sensationellen Saison. Als Nummer 773 der Weltrangliste in das Jahr 2025 gestartet, feierte Tagger Ende März im spanischen Terrassa ihren ersten ITF-Titel. Der Öffentlichkeit bekannt wurde die 1,85 große Nachwuchshoffnung Anfang Juni mit ihrem Triumph beim Juniorinnen-Bewerb der French Open – als erste Österreicherin der Historie. Im September folgten die ITF-Titel Nummer zwei und drei in Bukarest und Kuršumlijska Banja, im Oktober wurde Tagger zu Österreichs Aufsteigerin und Nachwuchssportlerin des Jahres gewählt.

Die Nummer drei

In der Weltrangliste hat sich Tagger nun schon auf Platz 155 nach vorne gekämpft. Damit ist sie hinter Julia Grabher (91.) und Sinja Kraus (107.), die am Sonntag in Cali ihren ersten WTA-125-Titel geholt hat, drittbeste Österreicherin. Dabei bleibt es vorerst einmal, denn: „Nachdem es hier so gut verlaufen ist, werde ich heuer wohl kein Turnier mehr spielen und mich auf 2026 vorbereiten“, verriet Tagger.