Österreichs Tennis-Toptalent Lilli Tagger bleibt beim WTA-250-Turnier in Jiujiang auf der Siegerstraße. Die 17-jährige Osttirolerin gewann im Viertelfinale gegen die Deutsche Tamara Korpatsch mit 6:3, 6:4 und steht damit bereits im Halbfinale. Ihr Sieg in der ersten Runde gegen Chenting Zhu war überhaupt Taggers erster Erfolg auf der WTA-Ebene. „Der Schlüssel zum Erfolg war der Aufschlag und die ersten Schläge im Ballwechsel. Sie hat viel intelligenter gespielt, als das letzte Mal, als wir in Amstetten aufeinandergetroffen sind.“
Im Halbfinale trifft das ÖTV-Juwel, das im gesamten Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben hat, nun am Samstag (2. Partie nach 7.00 Uhr, Sky live) auf die als Nummer zwei gesetzte Schweizer Titelverteidigerin Viktorija Golubic (WTA-Nr. 53), die sich gegen die Kasachin Julia Putinzewa 7:5, 6:2 durchsetzte. Was sich Tagger ausrechnet? „Natürlich will man immer gewinnen. Ich werde mir jetzt mit meiner Trainerin ein paar Matches der Gegnerin auf Video anschauen, einen Plan erstellen und versuchen, ihn dann morgen umzusetzen.“ Golubic ist mit ihren 33 Jahren fast doppelt so alt wie Tagger und spielt wie die Österreicherin die Rückhand einhändig.
Ein Platz in den Top 200 der Tennis-Weltrangliste war Tagger schon vor ihrem Sieg gegen Korpatsch sicher. Nach aktuellem Stand wird sich die Lienzerin auf Position 170 verbessern. Würde sie das Turnier gewinnen, wäre sogar ein Sprung in die Top 140 möglich. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Österreicherin als Nummer 750 im Computer in die Saison gestartet ist. Schon jetzt fix ist, dass Tagger auf das für Mitte November geplante Antreten beim ITF-Turnier in Luxemburg verzichten wird.
Der bisher letzte WTA-Titel einer Österreicherin liegt schon über zwölf Jahre zurück: Damals sicherte sich Yvonne Meusburger in Bad Gastein ihren einzigen Tour-Triumph.