Nach Fall TimanowskajaWeißrussland will Athleten Teilnahme an internationalen Bewerben verbieten

Der weißrussische Sportminister Sjargei Kawaltschuk will sowohl die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen als auch an Trainingscamps verbieten.

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Die weißrussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zeigt sich besorgt über die Entwicklungen in ihrem Land
Die weißrussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zeigt sich besorgt über die Entwicklungen in ihrem Land © AFP
 

Medienberichten zufolge ist es ab heute allen weißrussischen Athletinnen und Athleten untersagt, zu Wettkämpfen ins Ausland zu reisen. Auch Trainingslager in der Ferne sind nicht mehr möglich. Dabei beruft sich das Nachrichtenportal "zerkalo.io" auf ein Instagram-Posting des Leichtathleten Andrej Krawtschenko, der dort unter dem Hashtag #freebelarus eine Korrespondenz mit einem unbekannten Gesprächspartner veröffentlichte.

Das von Sportminister Sjargei Kawaltschuk ausgesprochene Verbot soll für alle Sportarten gelten. Auch in der Finanzierung von Ausflügen, Wettbewerben und Trainingslagern soll es erhebliche Änderungen geben. Bei einem Verstoß droht die Entlassung aus der Nationalmannschaft Weißrusslands. Vom Sportministerium selbst gab es dazu noch keine Stellungnahme.

"Vielleicht wird der nächste Schritt ein Halsband mit GPS sein", beendet Krawtschenko sein Posting.

In Weißrussland überschlagen sich seit der Flucht der Sprinterin Kristina Timanowskaja die Ereignisse. Sie hatte sich während der Spiele in Tokio ins polnische Exil abgesetzt, nachdem sie wegen ihrer Kritik an Sportfunktionären ihres Heimatlandes gegen ihren Willen von Tokio nach Hause geflogen werden sollte. Auch die Mehrkämpferin Jana Maximowa und ihre Familie flüchteten vor dem Regime des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Dem Land laufen die Sportler weg. Nun scheint das Regime erneut zum Gegenschlag auszuholen.

Die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will sich davon aber nicht aufhalten lassen. Sie fordert die Freilassung der mehr als 600 politischen Gefangenen. „Mir ist wichtig, in der Zukunft meinen Kindern sagen zu können, dass ich alles getan habe, was ich konnte", schrieb sie in einem offenen Brief, der in mehreren europäischen Zeitungen veröffentlicht wurde. Langfristig könnte Tichanowskaja allerdings die besseren Karten haben. Den Rückhalt der Bevölkerung hat Lukaschenko bereits verspielt, seine Macht hängt am seidenen Faden der Interessen des Kremls.

Kommentare (3)
GordonKelz
1
8
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Dem Despoten, gleich wie die Taliban...

..bleibt gar nichts anderes übrig, als die Bevölkerung einzusperren, sonst kann er bald sich selbst Vorschriften machen...!
Gordon

Toyota11000
1
7
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der

hält sich noch Jahre, wetten....

umo10
4
5
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Was für ein Schwachsinn

Lange hält sich das System sicher nicht mehr