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Steirischer Para-AthletSaftiger Schock für die Muskeln: Frühwirth trainiert härter denn je

Thomas Frühwirth trainiert härter denn je. Auf dem Weg zu Olympia 2021 macht er noch einen Abstecher zum Triathlon.

Thomas Frühwirth
Thomas Frühwirth © KK
 

Wenn Sportler vom „sich ordentlich einschenken“ reden, steht das meist nicht im Kontext zu einem Erfrischungsgetränk. Es beschreibt die enorme Intensität einer (Trainings-)Einheit; wobei es bei Erzählungen gelegentlich zu mittelschweren Übertreibungen kommt. Thomas Frühwirth hat Überzeichnungen seiner Leistungen nicht nötig. Trotz der Absage aller Paracycling-Rennen samt WM bis Oktober gibt er aktuell Vollgas. Denn der Gedanke an Olympia 2021 treibt ihn an – auch wenn die Nominierung für Tokio noch Formsache ist.

Seit 16 Jahren schenkt sich der Paraathlet permanent ein. Olympia-Silber im Paracycling in Rio 2016 ist Zeugnis seiner Konsequenz und nun hat der Südoststeirer eine neue Ebene der Quälerei erklommen: eine gesonderte Form des High Intensity Trainings (HIT). „Es war die Idee, mit kurzen harten Belastungen neue Reize zu setzen“, sagt Frühwirth, „nach all den Jahren wollten wir die Muskulatur wieder richtig schocken“. Das ist ihm gemeinsam mit Stefan Arvay (Wissenschafter vom Sportpark) und Ernst Köppel (NLZ Steiermark) gelungen: „Ich bin so stark wie noch nie.“

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Gepostet von TiggerTom - Thomas Frühwirth am Sonntag, 12. Juli 2020

Die neu gewonnene Stärke will er – den Absagen bedingt – nicht versiegen lassen. Daher kehrt „Tiggertom“ in sein ureigenes Metier, den Triathlon, zurück. Ende August wird er ein Rennen über die Ironman-Distanz in der Nähe von Leipzig bestreiten – den Weltrekord hält er auf dieser Distanz mit 7:48 Stunden. „Der wird sich nicht ausgehen“, sagt er mit einem Lachen, „aber ich habe bei kurzen Testrennen auch hier meine Rekorde gebrochen, obwohl ich vorher kaum geschwommen bin und wenig auf dem Rennrollstuhl war.“ Obwohl er während der HIT-Blöcken von je vier Wochen kein Krafttraining absolviert hat, wurden auch die Bestwerte bei diesen Tests eingestellt.

Steigerung von acht Prozent

Der erfolgreiche Schocker für die Muskeln ist ein Training mit drei Intervallzyklen zu je 30 Wiederholungen. „Dabei wechseln sich 15 Sekunden mit starker Belastung und 45 Sekunden mit lockerem Fahren ab“, sagt Frühwirth. In der Belastung liegt er 70 Prozent über Schwelle – jene Leistung, die er eine Stunde lang liefern kann. „Quer durch alle Bereiche hat er eine Steigerung von rund acht Prozent erreicht – das ist auf diesem Niveau extrem viel“, erklärt Arvay. „Wir haben angesetzt, wo andere Reize keine Wirkung mehr gezeigt haben. Aber: So hart wie Tom trainiert, hält das fast niemand aus.“

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