Eine Geburtsurkunde alleine macht noch keinen großen Radfahrer. Doch wenn man slowenische und französische Wurzeln hat, ist zumindest die Wahrscheinlichkeit gegeben, den Radsport im Blut zu haben. Auf Maks Barret Maunz trifft dies allemal zu: Der 19-jährige Grazer ist ein begnadeter Mountainbiker, dessen Können dem Grazer Weltcup-Team KTM MTB Factory nicht verborgen geblieben ist. Manager Florian Moser holte Maunz in sein Team – und auf Anhieb hat er gezeigt, was in ihm steckt: In seinem ersten Cross-Country-Rennen im Europacup in der U23-Altersklasse wurde er auf Anhieb Fünfter. Und das als Jüngster des Teilnehmerfeldes, das gespickt war mit Athleten, die schon im Weltcup in die Pedale treten. „Ich habe überhaupt nicht gewusst, wo ich stehe. Im Rennen hat es mich fast gewundert, dass ich zwei Runden vor Schluss noch immer so weit vorne bin. Am Ende hat etwas gefehlt, aber das kann man aufarbeiten“, gibt sich Maunz selbstbewusst.
Sein Handwerk lernte er erst beim URC Laßnitzhöhe und später beim Bikeclub Stattegg. Stock und Stein sind zwar sein Metier, doch auch mit den dünnen Reifen nimmt er zunehmend vorlieb: Bei der Team-Präsentation der drei Grazer Rad-Teams ist Maunz auch Teil des Straßen-Teams von WSA KTM Graz vorgestellt worden. „Das Mountainbiken ist mir auf alle Fälle wichtiger. Doch ich bin mit dem steirischen Verband einmal ein Straßenrennen gefahren und danach hat mich Manager Christoph Resl gefragt, ob ich bei ihm mitfahren möchte. Diese Chance wollte ich nutzen“, sagt Maunz.
Der Straßenradsport bildet eine gute Schule
Davon könne er nur profitieren, erzählt er: Auf der Straße muss sein Körper mit Belastungen klarkommen, „die man gar nicht trainieren kann“. Das hektische Peloton des Sports auf dem Asphalt sei eine gute Schule, auch das Durchhaltevermögen wird dort trainiert: „Man lernt, über einen Hügel drüberzudrücken, obwohl es nicht mehr geht, weil es danach nicht leichter wird.“ Apropos Hügel: Die steirischen Anstiege werden heuer der absolute Höhepunkt von WSA. Denn die nach dem Grand Depart in Graz führt die Eröffnungsetappe der Tour of Austria Tags darauf von der Landeshauptstadt nach Gamlitz. „Das ist die ganz große Möglichkeit den steirischen Radsport und uns in die Auslage zu stellen“, sagt Resl.
Maunz wurde in Jesenice (SLO) geboren. Im slowenischen Alphabet gibt es den Buchstaben „X“ nicht, die französischen Wurzeln seines Vaters stecken in seinem zweiten Vornamen. International wird es auch in der Saison 2026: In Serbien findet am Wochenende ein UCI-Rennen statt. Den Rad-Bundesliga-Start in Leonding am Sonntag wird er daher noch nicht bestreiten – dafür könnte er das WSA-Team Ende April beim traditionellen Kirschblütenrennen in Wels unterstützen.