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WM-BronzeDieses Team bastelt an Preiners Erfolgspuzzle

Siebenkämpferin Verena Preiner holte bei der WM in Doha Platz drei. Nächste Ziele sind die 7000-Punkte-Marke sowie Olympia 2024.

ATHLETICS-WORLD-2019
Preiner (links) mit Weltmeisterin Johnson-Thompson © APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
 

Sechs Teilnehmer, zwei Medaillen. Österreichs kleines Leichtathletik-Team tritt bei der WM in Doha in geballter Stärke auf, Siebenkämpferin Verena Preiner und Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger verdoppelten mit jeweils Bronze die Langzeitbilanz. Preiner baut mit viel Hilfe an ihrem Erfolgspuzzle. Ziel sind eines Tages 7000 Punkte und die Karriere-Bestleistung 2024 bei Paris-Olympia.

Der Österreichische Verband sieht sich in seinem Weg bestätigt, vom Gießkannenprinzip abzuweichen und gezielte Projekte zu forcieren und zu fördern. Das passiert im Fall Weißhaidinger, wo Gregor Högler aus Trainer verantwortlich zeichnet. Das passiert im Fall Preiner, wo Wolfgang Adler seit neun Jahren Zeit und Expertise investiert. "Es ist uns gelungen, die Leistungen von der Europa- auf die Weltbühne umzusetzen. Das ist ein Riesenschritt, da bleiben mir ein bisschen die Worte weg", sagte Högler in seiner Funktion als ÖLV-Sportdirektor.

"Wir haben in den vergangenen zehn Jahren einen großen Schritt gemacht. Das ist akribische Arbeit von allen, das ist wenig Jammern und viel Zusammenhalten", weiß Högler. Adler trainiert jede Disziplin mit Preiner, im Hochsprung holt er sich Unterstützung von Inga Babakowa. Braucht er sonst Ratschläge, scheut er sich nicht, andere Trainer zu kontaktieren. Um im Hochsprung weiterzukommen, ist Preiner zum Beispiel drei Jahre Turnen gegangen. Auch Physiotherapeuten, Masseure, sportmedizinische Betreuung, Ernährungsberater und Sportpsychologe zählen zum Team von rund zehn Leuten um die Oberösterreicherin. "Wichtig ist, dass alles harmonisch ist und alle an einem Strang ziehen", legt Adler wert auf gutes Umfeldmanagement.

"Ich habe einen sehr netten Ernährungsberater, der nimmt mir die Sorge weg, was ich essen darf, ohne dick zu werden. Ich esse auch Kekse mit gesunden Zutaten gebacken", erzählte Preiner. Ganz neu ist der Sportpsychologe. "Dass ich mit Selbstbewusstsein reingehe, dass ich, wenn was schiefgeht, es neu versuche." Es gibt auch Gespräche zu dritt. "Es geht auch darum, wie wir zwei im Wettkampf miteinander umgehen. Ich schaue mir ihr Verhalten an und muss lernen, sie zu lesen", erläuterte Adler, der zugibt, öfter sehr emotional zu reagieren.

"Wir sind auf einer Zwischenstation"

Ziele sind da, um gesteckt zu werden. 7.000 Punkte werden eines Tages angepeilt, beim ÖLV-Rekord von 6.591 Punkten hält sie. "Es geht darum, das Lifetime Best zu machen. Wir sind auf einer Zwischenstation, wir wissen nicht, wann wir es erreichen. 2024 wäre ein guter Zeitpunkt, darauf arbeiten wir hin", gibt Adler vor. Derweil wird fleißig am Erfolgspuzzle gearbeitet. "Ich habe ein Puzzle mit 2.000 Teilen daheim liegen, eine Weltkarte. Bis jetzt habe ich den Rand und die Meere", teilte Preiner mit. Tokio fehlt noch, das ist der Schauplatz der Sommerspiele 2020. Das nimmt sie demnächst in Angriff.

Preiner war die konstanteste Siebenkämpferin über die ganze Saison gesehen. Sie holte sich auch die Mehrkampf-Gesamtwertung und nochmals 30.000 Dollar Preisgeld (27.400 Euro). Damit war für die 24-Jährige am Donnerstag mit 70.700 Euro auch großer Zahltag. Denn dem Weltverband ist der dritte WM-Platz 20.000 Dollar wert (18.300 Euro), der Österreichische Verband zahlte 25.000 Euro.

Einweihungsparty steht an

Das Geld wir gespart. Für Urlaub braucht sie es ohnehin nicht, sie bleibt mit Freund Thomas in den kommenden trainingsfreien Wochen daheim. Es steht eine Einweihungsparty in der neuen Wohnung an. Für die war im Frühjahr keine Zeit. "Thomas sagte damals zu mir, holen wir sie halt im Herbst als Medaillenfeier nach."

Erst zum dritten Mal bei Weltmeisterschaften findet sich Österreich im Medaillenspiegel wieder, hat mit zwei Stück nur eine weniger als Deutschland. Und beim deutschen Sensations-Gold im Zehnkampf durch den 21-jährigen Niklas Kaul findet sich rasch ein schöner Österreich-Bezug. Mutter Stefanie hieß mit Mädchennamen Zotter, stammt aus Kindberg in der Steiermark und nahm in ihrer Paradedisziplin 400 m Hürden an der Helsinki-EM 1994 teil.

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