Strombreispremse, Gaspreisbremse, Förderungen - allerorts wird gegen die Energie-Teuerungswelle mobil gemacht. Besonders hart getroffen ist der Vereinssport, auf den die Welle gleich aus drei Richtungen hereinbricht: Energiekosten (vor allem für Hallen im Winter), Inflation und dazu eine in absoluten Zahlen seit neun Jahren "eingefrorene" Fördersumme durch den Bund setzen allen zu. Die Befürchtung: Für viele Sportvereine könnte es nach Corona in den nächsten "Lockdown" gehen  - diesmal erzwungen durch die rasant steigenden Kosten.

Sport-Austria-Präsident Hans Niessl rief deswegen, diesmal zusammen mit Martin Ohneberg (Präsident des Tennisverbandes), Arno Pajek (Präsident des Schwimmverbandes) und Dagmar Schmidt (Präsidentin  der Sportunion Wien) einmal mehr zum Handeln auf. "In der Corona-Krise hat die Unterstützung durch die Regierung im Sport letztlich ausgezeichnet funktioniert. Nun muss die Regierung auch bei der Teuerungskrise aktiv werden, damit die Vielfalt der österreichischen Sportkultur bewahrt werden kann", forderte Niessl am Freitag.

Selbstverständlich sei man sich der Eigenverantwortung der Sportvereine bewusst, die alle Möglichkeiten der Energieeinsparung noch bewusster und entschlossener ausnützen sollten. Aber das alleine werde nicht reichen - die Folgen wären auch auf dem Gesundheitssektor fatal und um ein Vielfaches kostenintensiver  - dann, wenn die Bevölkerung weiter "verfettet".

Einerseits werde "eine Ausweitung der Strompreisbremse auf eine Energiepreisbremse" auch für gemeinnützige Sportvereine benötigt, andererseits die "längst fällige Erhöhung der gesetzlichen Besonderen Bundes-Sportförderung". Sonst würden Szenarien drohen, dass Sportstätten, insbesondere Hallen, im Herbst nicht in Betrieb genommen werden oder nicht mehr beheizt werden können. Die Besondere Bundes-Sportförderung ist seit 2013  und damit fast einem Jahrzehnt nicht mehr erhöht worden - und damit real weniger wert, rund 90 Millionen Euro entgingen dem Sport nur aus Gründen der Inflation; das wiederum ist mehr als ein ganzes Jahresbudget.

"Licht aus und Hallen zu heißt es bald auf den Sportstätten in unserem Land", vermutete Dagmar Schmidt, Präsidentin der Sportunion Wien. Speziell der Österreichische Schwimmverband bekomme die aktuelle Teuerungswelle massiv zu spüren. "Wir sprechen hier nicht nur vom Spitzen-, sondern auch vom Breitensport", sagte OSV-Präsident Arno Pajek: "Wenn wir keine zusätzlichen Förderungen bekommen, dann sehen wir einer ganz tristen Zukunft entgegen. Wenn wir diese Entwicklung nicht in den Griff bekommen, dann sieht es nicht nur im Schwimmsport, sondern im gesamten österreichischen Sport ganz schlecht aus."

In Kärnten herrscht, teilte man mit, sogar die Angst vor, dass die Eissaison nicht stattfinden kann. Den Eishallen-Betreibern und den Betreibern von Freiluft-Anlagen machen ebenfalls die hohen Preise in den Bereichen Strom, Gas, Pellets, Benzin und Diesel zu schaffen. Eishallen in Spital, Radenthein, Steindorf, Velden, Althofen, St. Marein und Völkermarkt können wegen der Mehrkosten, wenn überhaupt, nur mit einem Risiko aufsperren. Aktuell bereits geschlossen bliebe beispielsweise die Stocksporthalle Zöbern in Niederösterreich. Dort sieht sich der ESV D´Kohlgrabler aufgrund der hohen Energiepreise nicht in der Lage, das Eis für die Wintersaison 2022/23 zu finanzieren.