Ob der Ergebnisse der ÖSV-Damen in den bisherigen Weltcup-Bewerben waren die Erwartungen für die Spiele hoch. Geworden sind es die Silbermedaillen von Mirjam Puchner im Super-G und Silber im Slalom durch Katharina Liensberger. Es hätte aber durchaus mehr sein können. Das sieht auch ÖSV-Damenchef Christian Mitter so: "Die zwei Medaillen kann man nehmen, andere haben wird durch wenige Hundertstel Rückstand nicht geholt. So wäre bei Puchner und Tamara Tippler im Super-G ein bisschen mehr gegangen und schon hätte es ein großes Resultat für uns werden können. Wir hatten allerdings in allen Disziplinen zumindest eine, die um das Podest mitkämpfen konnte."

Lob gab es vom Steirer für Katharina Truppe, die im Riesentorlauf Edelmetall nur um wenige Hundertstel verpasste: "Sie hat den Kampf angenommen, gesehen, sie kann ganz vorne mitfahren. Dazu lieferte sie mental eine große Leistung ab. Sie war erstmals in ihrer Karriere Zweite nach dem ersten Lauf. Dass sie vor dann im Finale nochmals alles versuchte, zeigt ihre psychische Stärke." Positiv war für ihn auch der Auftritt von Liensberger im Slalom: "Sie hat sich durchgekämpft, vor allem im Finale alles auf den Schnee gebracht, was sie kann. Mit ein bisschen Glück wäre Gold möglich gewesen."

Nicht zufrieden war Mitter mit der Performance seiner Schützlinge in der alpinen Kombiantion: "Wir wussten, es wird hier ein Gemetzel geben. Dass aber Ester Ledecka vor unserer Besten liegt, passt mir nicht. Die hätten wir schlagen müssen. Die Medaillengewinnerinnen waren für uns außer Reichweite, weil alle drei auch in Abfahrt und Slalom im Weltcup schon auf dem Podest gestanden sind." Immer wieder hat es geheißen, die alpine Kombination ist ein Auslaufmodell. "Zu glauben, die Kombination hier war die letzte, könnte ein großer Irrtum sein. Ich habe auf der Piste mit Damen-FIS-Renndirketor Peter Gerdol gesprochen und nach seinen Aussagen geht die Tendenz eher in die entgegengesetzte Richtung."

Mit den Bedingungen vor Ort war er "sehr zufrieden. Wir konnten bestens trainieren, das Resort als Ganzes ist bestens geeignet. Ein bisschen komisch ist das Klima hier. Du bist auf dem selben Breitengrad wie Instanbul und trotzdem ist es brutal kalt." Mitter wird Österreichs Team als Chef in den Teambewerb am Samstag ab 4 Uhr Früh führen: "Der wird brutal schwer. Wenn du nicht vom ersten Schwung an dabei bist, ist es schnell vorbei. Dazu ist es quasi ein Riesentorlauf." Für den Bewerb nominiert sind Truppe und Liensberger, Katharina Huber ist als Ersatz dabei. "Welche Männer fahren, kann ich noch nicht sagen."