Paralympische SpieleThomas Frühwirth: "Ja. Das war der epochale Kampf"

Thomas Frühwirth sicherte sich im Zeitfahren der Handbiker nach Silber in Rio auch in Tokio den zweiten Platz.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
PARALYMPICS - Paralympic Summer Games Tokyo 2020
© GEPA pictures
 

Thomas Frühwirth war zufrieden mit der Leistung, die er auf dem Fuji Speedway gezeigt hat. Silber hinter dem schier unschlagbaren Dominator Jetze Plat im Zeitfahren der Handbiker (Klasse H4).  "Es war ein perfektes Rennen. Ich habe alles gegeben und riskiert." 1:01,69 Minuten fehlten Frühwirth letzten Endes auf den Niederländer.  "In der letzten Runde hatte ich koordinativ schon Probleme und musste aufpassen, dass es mich nicht aus der Kurve raushaut. Ich war wirklich am Limit und mein Blickfeld war schon eingeschränkt. Aber ich habe durchgehalten und es war wirklich super. Es war ein brutaler Kampf." Bei der Medaillenzeremonie wurde aber nicht nur für den 40-Jährigen die österreichische Fahne gehisst. Der Tiroler Alexander Gritsch wurde sensationell Dritter.

Die kupierte Piste der Autorennstrecke verlangte fahrerisches Geschick. "Der Kurs verlang alles ab. Er hat Höhenmeter und ist technisch sehr anspruchsvoll. Da muss man in den Kurven aufpassen, dass es einen nicht raushaut. Mit ein, zwei Km/h schneller in die Kurve rein und du bist weg. Darum habe ich in der letzten Runde ein bisschen herausgenommen, weil ich nicht mehr so gut gesehen habe und ein bisschen Angst hatte – ich war schon sehr blau." Frühwirth hatte immer einen Joker im Talon: seine Standfestigkeit. "Ich habe gewusst, dass einige in der ersten Runde riskieren werden und es viele hinten hinaus zerreißt. Dass ich viele Umfänge trainiere, kommt mir da entgegen. Obwohl ich schon angeschlagen bin, kann ich noch durchhalten."

Keine Chance gegen den Weltmeister

Gegen Plat war aber absolut kein Kraut gewachsen. "Keine Chance. Das habe ich mir beim Besichtigen schon gedacht. Ich dachte, dass die Strecke noch anspruchsvoller ist, aber sie ist schnell. Man braucht ihn nur anzuschauen, er ist von einem anderen Planeten." Die kurzen, giftigen Rampen auf dem Speedway hat der Niederländer mit Kraft planiert. "Er hat so eine extreme Laktat-Härte." Dennoch ist er für den Silbernen von Rio eigentlich der ideale Gegner. Denn Frühwirth liebt die Herausforderung mehr als Medaillen - und in Tokio hat er gefunden und bekommen, wonach er immer trachtet. "Ja. Das war ein epochaler Kampf." Im letzten Anstieg ist Plat am Österreicher vorbei, Frühwirth blieb dran und fuhr knapp hinter dem Seriensieger ins Ziel. Beide waren im Ziel vollkommen zerstört, aber glücklich.

Frühwirth würde da schon "elendslange Anstiege brauchen. Aber so wie er zurzeit drauf ist, bin ich mir da auch nicht sicher", sagt der Südoststeirer mit einem Lachen. Vor dem Start haben sich die beiden noch über Plats Goldene im Triathlon gesprochen. "Da hat er es wie ein Dieselgenerator mit 70 Prozent seiner Leistung gewonnen und hat sich ein bisschen für das Handbike ausgerastet."

Auf der Rennstrecke war allerdings Rennbenzin und nicht Diesel im Tank. Ob noch ein paar Liter für das Straßenrennen übriggelassen hat? "Das werden wir sehen. Da bin ich relativ locker. Mehr als mein bestes kann ich nicht geben." Was aber alle hoffen, dass Petrus es abermals gut mit ihnen meint. "Die Abfahrten sind wirklich brutal. Vor allem sind da Querregenrinnen drinnen und da hat es mich beim Training schon mit 70 km/h um eineinhalb Meter versetzt. Wenn es regnet, fährst du hier ums Überleben."

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.