Olympische SpieleGolfer Sepp Straka führt das Feld nach famoser Leistung an

Golfprofi Josef "Sepp" Straka hat sich bei Olympia in Tokio mit einer sensationellen 63er-Runde am ersten Tag zunächst an die Spitze des Feldes gesetzt.

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OLYMPICS - Summer Olympic Games 2020
Sepp Straka spielte einen fehlerfreien Auftakt. © GEPA pictures
 

Der in der ersten Tages-Gruppe spielende Wiener Sepp Straka blieb am Donnerstag bei seiner fehlerlosen Runde acht Schläge unter Par und führt vor einer Wetterunterbrechung wegen Blitzen am Himmel und damit Gewittergefahr das 60er-Feld an. Matthias Schwab lieferte eine 69er-Auftaktrunde ab.

Die beiden Olympia-Debütanten Straka und Schwab hatten die Ehre, das Olympia-Golfturnier im wunderschönen Kasumigaseki Country Club quasi zu eröffnen. Der nach dem Verzicht von Bernd Wiesberger mit dem zweiten Österreich-Startplatz ausgestattete Straka spielte um 7.30 Uhr Ortszeit im ersten, Landsmann Schwab im zweiten Flight des Tages. Straka kam dann auch als Erster ins "Ziel" und führte dank seiner famosen und vor allem fehlerlosen Leistung mit zwei Schlägen Vorsprung auf ein Trio, als die Runde kurz vor 14.00 Uhr Japan-Zeit wetterbedingt unterbrochen werden musste.

Zu verdanken hatte dies Longhitter Straka vor allem seiner Fehlerlosigkeit. Was insofern bemerkenswert war, weil der von Zwillingsbruder Sam am Bag begleitete Longhitter seine oft riskanten Schläge gerne auch "streut" und zuletzt auf der PGA-Tour gleich drei Mal in Folge den Cut verpasst hat. In Japan schaffte der 28-Jährige zunächst auf den Spielbahnen drei bis acht aber vier Birdies (Schlaggewinne). Gleiches gelang ihm dann auch noch vom 13. bis zum 17. Loch, Fehler machte er diesmal keine.

Straka: "Es war ein Wahnisnnserlebnis"

"Es war ein Wahnsinnserlebnis", freute sich Straka über das trotz der fehlenden Zuschauer spürbare Olympia-Flair. "Es ist extrem cool, hier zu sein. Ich habe den vollen Spaß gehabt", erzählte der in den USA lebende, gebürtige Wiener im ORF-Fernsehen. Dass seine Runde nahezu perfekt war - es wäre sogar noch Luft nach oben gewesen - kommentierte der 28-Jährige verschmitzt so: "Mein Spiel war gut. Aber perfekt gibt es im Golf nicht."

Es sei zudem erst Donnerstag und damit der erste von insgesamt vier Turniertagen. "Man muss jeden Tag anders nehmen. Ziel ist aber natürlich eine Goldmedaille", gab Straka dennoch eine ganz klare Sieg-Parole aus.

Während Straka das 60er-Feld zunächst anführte, agierte Landsmann Matthias Schwab am ersten Turniertag nicht fehlerlos. Der Steirer spielte unmittelbar nach seinem Landsmann und lieferte mit drei Birdies und drei Bogeys zunächst eine kunterbunte Front-Nine ab. Danach ging es für den Steirer deutlich solider weiter und Schlaggewinne auf der 11 und der 16 brachten den 26-Jährigen dann doch noch zu einer 69 sowie Unter-Par-Runde (-2).

Schwab lag damit zunächst um Platz 22 und war damit zufrieden. "Ich habe relativ gut gespielt, aber halt auch einige unforced errors eingestreut", erklärte der Rohrmooser. "Die zweiten neun waren aber okay, darauf kann man aufbauen. Insgesamt war es eine solide Runde." Auch Schwab taugt der Platz ("Ein Genuss") und Olympia im Allgemeinen. Er bedauerte aber das Fehlen der Fans besonders. "Schade. Japaner sind an sich golf-fanatisch."

Mit Wiesberger hat Österreichs in der Weltrangliste bester Golfer auf eine Teilnahme an den Spielen in Japan verzichtet. 2016 bei der Rückkehr des Sports ins Olympia-Programm in Rio war der Burgenländer starker Elfter geworden. Nach den Männern folgt in Tokio nächste Woche auch noch das Damenturnier, mit dabei ist auch die Tirolerin Christine Wolf.

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