Es hatte doch so ausgesehen, als würde Mercedes in diesem Jahr keinen Grand-Prix-Sieg erringen können. Aber schon die Zeiten in den Trainings und die starke Vorstellung im Sprintrennen deuteten darauf hin, dass die Silberpfeile zum engsten Favoritenkreis auf dem Autodromo Carlos Pace in São Paulo zu zählen seien. Dieser Rolle wurden sie auch gerecht. Russell siegte vor Hamilton; auch ohne Teamchef Toto Wolff, der schon nach Abu Dhabi unterwegs war, feierte Mercedes einen heuer nicht mehr erwarteten Doppelsieg.

Schon die Startaufstellung mit zwei silbernen Mercedes in der ersten Startreihe mutete etwas nostalgisch an. Aber beide, sowohl Russell als auch Hamilton, erhoben gleich am Start den Anspruch, das Rennen gewinnen zu wollen. Souverän verteidigten sie die ersten Positionen – bis ein paar Kurven nach einem Crash zwischen Magnussen und Ricciardo das Safetycar erstmals ausrücken musste.

Gleich nach dem Re-Start krachte es schon wieder, einmal kollidierten Verstappen und Hamilton. Der Niederländer hatte den Briten etwas nach außen gedrängt, musste an die Box und bekam kurz darauf gleich einmal eine 5-Sekunden-Strafe augebrummt. Hamilton rutschte auf Rang acht zurück. Und auch die Kollission zwischen Leclerc und Norris endete für beide recht glimpflich.

Hamilton, seit dem Wochenende Ehrebürger von São Paulo, machte sich auf die Verfolgung der Spitze (Russell vor Perez und Sainz). Er ging schnell an Vettel vorbei, später auch an Norris. 

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Verstappen gegen Hamilton
© (c) APA/AFP/NELSON ALMEIDA (NELSON ALMEIDA)

Vorne kämpfte natürlich auch Sergio Perez noch um den Vize-Weltmeistertitel. Zuerst verlor er konstant Zeit auf die Silberpfeile, ehe er in Runde 24 neue Reifen (Medium) abholte. In Runde 30 ging der mittlerweile in Führung liegende Lewis Hamilton an die Box, holte auch die Mediums, was auf eine Ein-Stopp-Strategie hinwies.

Und ab der Rennhälfte war Hamilton auch der schnellste Mann im Feld, drehte als einziger 1:15er-Runden. In Runde 45 ging er an Perez vorbei. Und in der 49. Runde holte Hamilton noch einmal einen weichen Reifensatz ab, eine Runde später George Russell, der die Führung gegen Sainz verteidigen konnte.

In der 53. Runde kam es noch einmal zu einer "Virtual-Safetycar-Phase". Sainz ging zum dritten Mal an die Box. Weil man das gestrandete Auto von Lando Norris aber nicht gleich wegschieben konnte, kam doch noch einmal das Safetycar auf die Strecke. 

Zwölf Runden vor Schluss wurde das Rennen wieder freigegeben. Beim finalen Showdown enteilten die Mercedes dem Rest des Feldes, während Carlos Sainz Sergio Perez im Kampf um Rang drei unter Druck setzte. Und auch Leclerc überholte den Mexikaner eine Runde später. Im Kampf um den Vizemeistertitel liegen nun Perez und Leclerc gleichauf (290 Punkte).

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