Die neue Ära in der Formel 1 ist offiziell eröffnet, der erste Rennsieger steht mit George Russell fest. Doch die Dominanz von Mercedes beim Auftaktrennen in Melbourne war weniger Gesprächsthema, als das neue Reglement und die damit verbundenen Eigenheiten. Ein gewöhnungsbedürftiger Sound ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, viel interessanter war der Blick ins Cockpit.

Denn mit der Aufwertung der elektrischen Energie in den Boliden veränderte sich das Rennfahren enorm. Die Zeiten des spätmöglichsten Anbremsens vor einer Kurve sind ebenso vorbei, wie das brachiale Vollgasfahren auf Geraden. Überholt wird nicht mit Herz, sondern mit dem Kopf, ist das Managen der Energie doch die wichtigste Aufgabe der Fahrer hinter dem Lenkrad. Ein Manöver gelingt nicht mehr mit voller Willenskraft, sondern nur mit voller Batterie. Ob das noch dem ursprünglichen Gedanken des Rennfahrens entspricht, hinterfragen nicht nur eingefleischte Fans der Königsklasse, sondern auch viele Fahrer.

Also ist das noch die Formel 1? Am Ende wird es egal sein. Das Reglement ist einzementiert und die Show zu Beginn des Rennens gab der FIA auch Recht. Stimmt dieses Entertainment auf der Strecke, gibt es bei den Verantwortlichen keinen einzigen Grund, etwas zu verändern. Ob das dann noch Überholen im klassischen Sinne ist, wird egal sein.