Füße hoch und abschalten – das war auch bei Red Bull zwangsweise das Motto für den ersten Teil der Sommerpause. Zwei Wochen lang herrschte Zwangsurlaub, so will es das Reglement der Formel 1. Am Wochenende kehrt die Motorsport-Königsklasse in Zandvoort wieder zurück und deshalb lief in den vergangenen Tagen auch wieder der Betrieb in Milton Keynes an.
Vor allem hinter Neo-Teamchef Laurent Mekies liegen anstrengende Tage, wollte der Franzose die Zeit doch ideal nutzen. „Er hat sich eingearbeitet, sich die Strukturen und Mitarbeiter angeschaut“, verrät Motorsportchef Helmut Marko. Kaum ein Stein blieb nach dem Rauswurf von Christian Horner auf dem anderen. „Mittelfristig arbeiten wir an einer Art Dezentralisierung. Die einzelnen Abteilungen bekommen einen eigenen Chef, die dann im Großen und Ganzen an Laurent reporten.“
Der Fokus des RB-Teamchefs soll auf dem Renngeschehen liegen, wenngleich er auch weiterhin der Gesamtverantwortliche ist. Trotzdem veränderten sich die einzelnen Rollen der Abteilungsleiter bei Red Bull nach der Horner-Entlassung. „Das RB17-Projekt leitet etwa Rob Gray, die Motorenabteilung Ben Hodgkinson. Sie bekamen etwas mehr Verantwortung für ihre Bereiche. Dadurch kann sich Mekies mehr auf das Rennteam konzentrieren. Da gab es auch schon Fortschritte, weil er einfach ein exzellenter Techniker ist.“
Absage an Alex Palou
Fortschritte gab es auf dem Fahrermarkt noch nicht. Bis Ende Oktober wollen die Verantwortlichen eine Entscheidung treffen, wer an der Seite von Max Verstappen im Einserteam sitzt und wie das Duo der Racing Bulls im kommenden Jahr heißt. Rookie Isack Hadjar habe bisher „positiv überrascht“, bei Formel-2-Talent Arvid Lindblad „passt alles. Da sind wir voll im Zeitplan. Er ist voll eingebunden und wird heuer noch mehrere Einsätze bei uns bekommen.“
Absolut „nichts dran“ sei an den Gerüchten, dass sich Red Bull in Verhandlungen mit dem US-amerikanischen IndyCar-Fahrer Alex Palou befindet. „Das stimmt nicht.“ Stimmen soll am Wochenende aber wieder das Setup des Autos beim Großen Preis der Niederlande. Die Weltmeisterschaften sind abgeschrieben, das Ziel für die restliche Saison ist klar: „Wir wollen so weit vorne wie möglich fahren, ob Siege möglich sind, ist schwer zu sagen.“ Einen ähnlichen Ansatz wählt wohl auch Cadillac für den Einstieg im kommenden Jahr. Mit Valtteri Bottas und Sergio Perez habe der US-Hersteller laut Marko „den konservativen Weg gewählt. Da weiß man, was man hat.“ Für seinen ehemaligen Fahrer aus Mexiko hat der Grazer Lob übrig. „Ich habe mit ihm telefoniert und er ist motiviert. Wenn er motiviert ist und das Auto passt, dann ist er sicher wieder auf dem Level, wo er einst war.“