Valentino Rossi"The Doctor" hört auf: Der Abschied einer Sportlegende

"The Doctor" Valentino Rossi gab in Spielberg seinen Rücktritt von der MotoGP mit Saisonende bekannt. Welche Pläne hat er für die Zukunft? Sein eigenes VR46-Team und Autorennen.

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Abschied vom Rennsport © (c) AFP (GABRIEL BOUYS)
 

Sechs Mal Weltmeister in der MotoGP (das letzte Mal 2009), einmal Weltmeister in der 500ccm-Klasse (2001), einmal in der 250ccm-Klasse (1999) und 1997 Champion der Achtelliter-Klasse. Dazu 115 Siege, der letzte aber schon vor vier Jahren. Grund genug für Valentino Rossi seinen Helm endgültig an den Nagel zu hängen.

Es ist ein sehr trauriger Moment“, sagte Rossi in einer außerordentlichen Pressekonferenz in Spielberg, „aber es ist die Zeit gekommen, mit dem Motorrad-Rennsport aufzuhören. Deshalb werde ich mit Saisonende meine Karriere in der MotoGP beenden.“

Vor allem, weil es ihm in den letzten drei Jahren nie mehr so richtig gelungen ist, um Siege, geschweige denn um Titel mitzufahren. 2017 gewann er den GP der Niederlande in Assen, seit damals wurde seine Anwesenheit auf dem Siegerpodium sehr rar. „Und so habe ich mich auch dazu entschieden, den Rennsport zu beenden. Weil im Grund fahren wir ja alle, um zu gewinnen. Die Entscheidung war bestimmt nicht leicht. Aber es ist der richtige Zeitpunkt“, so Rossi weiter. Vor ein zwei Jahren wäre er noch nicht dazu bereit gewesen, aber „jetzt bin ich mit mir im Reinen.“ Ganz konkret hat er sich aber erst in der Sommerpause zu diesem Schritt durchgerungen.

Bei seiner nach wie vor riesigen Fanschar will sich „The Doctor“, so einer seiner Spitznamen, ganz besonders bedanken. „Ich habe so viel Unterstützung von meinen Fans erfahren dürfen, rund um den Erdball. Die Zeit war wunderschön. So kann ich mich bei den Anhängern nur bedanken“, sagte Rossi. Natürlich wäre ein Engagement in seinem eigenen VR64-Rennstall eine Herausforderung. „Zusammen mit meinen Bruder Luca zu fahren, wäre durchaus reizvoll gewesen. Aber das Projekt muss man langfristig sehen. Deshalb ist es besser, die Jugend zu fördern“, meinte Rossi, der auch auf der anderen Seite der Boxenmauer seine Aufgaben erfüllen wird.

Ob er bei allen seinen Entscheidungen, die er im Laufe der Karriere getroffen hat, irgendetwas bereue? „Im Grunde nicht. Natürlich hatte ich viele schwierige Phasen. Es gab Talfahrten, die einem ein Karriereende nahe legen. Aber es ging immer wieder aufwärts. Leider war nur die Zeit mit Ducati nicht von Erfolgen geprägt. Aber als Italiener für einen italienischen Hersteller zu fahren, war schon sehr erstrebenswert. Gewinnt sein Team VR46 ab kommenden Jahr aber mit Ducati, wäre das schon historisch.

Wechsel auf vier Räder

Ganz konkrete Pläne, abseits seines VR46-Teams, seiner Jugendförderung mit der „Ranch“ in seiner Heimat, habe er noch nicht. Vielleicht fährt er das eine oder andere Autorennen („ich habe ja meine Karriere im Go-Kart begonnen“). Vermutlich in einer der internationalen GT3-Klassen. "Autorennen sind sicher ein Reiz, aber ich werde das sicher nicht auf dem gleichen Level machen, wie in der MotoGP", so Rossi. "Vale" fuhr bereits Rallyes, testete den Formel-1-Ferrari. Sogar ein Angebot aus Maranello hat es Anfang der 2000er-Jahre gegeben.

Dass er ausgerechnet gestern in Spielberg sein Karriereende bekannt gegeben hat, kommt nicht von ungefähr. Vor genau 25 Jahren, am 4. August 1996, stand er in Zeltweg im 125ccm-GP erstmals auf dem Stockerl eines Motorrad-WM-Laufes. Es kamen 235 Podiumsplätze dazu.

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