Fußball kann so schön sein. Und Fußball bewegt die Massen – leider mitunter auch jene, die man lieber nicht beim Fußball sehen will. So könnte man jetzt also schwärmen: Von der Atmosphäre in Graz-Liebenau, obwohl der „organisierte Sturm-Support“, wie das in der Fachsprache heißt, ausbleiben musste. Weil es eben nach wie vor genug Idioten gibt, die intellektuell nicht verstehen, dass die Rivalität auf dem Feld im „echten Leben“ keine gewaltsame Fortsetzung finden muss.
Man könnte schwärmen davon, dass der GAK nahe dran war, ein Derby zu gewinnen und bewies, dass man auf bestem Weg ist, im unteren Play-off zu reüssieren und die Liga zu halten. Schwärmen von der Moral des SK Sturm, die Partie in einer schwierigen Zeit noch zu drehen.
Doch muss man über die Rapid-Fans reden, die einmal mehr bewiesen haben, dass sie untragbar sind. Die Polizei mit (verbotenen) Bengalen zu attackieren, weil man mit Aktionen der Exekutive nicht einverstanden ist, ist inakzeptabel. Auch Rapid-Fans haben sich nicht über das Gesetz zu stellen. So gut es zu werten ist, dass es Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl mit Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann gelang, die Fans dazu zu bewegen, sich das Spiel friedlich anzusehen, so entschieden muss man Konsequenzen fordern.
Zu oft hat sich die Liga nach Entgleisungen der Rapid-Fans schon verbogen, es bei – zugegebenermaßen teils empfindlichen – Geldstrafen zu belassen. Der „Dank“ der Fans war ein ums andere Mal ein weiteres Verschieben der Grenzen nach ihrem Ermessen. Doch Hartberg war der Beweis, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Auch Rapid-Fans ist es zuzumuten, dass man ihnen klar macht, dass es auch ohne sie geht, wenn sie nicht so wollen, wie es sich gehört.