Eine grundlegende Stärke kristallisiert sich bei Austria Klagenfurt seit geraumer Zeit heraus. Und zwar, dass die Violetten von Beginn an vehement versuchen, dem Gegner ihr Spiel aufzuzwingen. So auch in der Anfangsphase gegen Nachzügler Ried. Die Kärntner waren die aktivere Mannschaft, setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest – Nadelstiche inklusive. Insbesondere Mittelfeldregisseur Christopher Cvetko mobilisierte in dieser Phase einige Chancen. Die „Wikinger“ hingegen fanden keine probaten Mittel.

Die Führung der Klagenfurter lag praktisch in der Luft. Doch immer, wenn man sich zu sicher fühlt, folgt oft die Ernüchterung. Der erste Treffer ist den Hausherren wie aus dem Nichts durch Seifedin Chabbi (30.) gelungen. Den Riedern ist es mit einem Schlag geglückt, die Waidmannsdorfer aus dem Rhythmus zu bringen. Wenige Minuten später war es erneut Chabbi, der den Ball direkt an die Stange manövrierte. Riesenglück für die Austrianer.

Es kann nur einen geben...

Nach Seitenwechsel schickte Austria-Coach Peter Pacult den wieselflinken Sinan Karweina aufs Spielfeld. Und prompt brillierte der Deutsche mit einem optimalen Zuspiel auf Goalgetter Markus Pink, der für den Ausgleich (51.) sorgte. Die Begegnung entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem sich beide Teams nichts schenkten.

In der 74. Minute zwangen die Klagenfurter das Momentum auf ihre Seite. Und wer könnte es anders sein als Pink, der nach genialer Vorarbeit von Defensivchef Nicolas Wimmer, goldrichtig stand und das 2:1 perfekt machte. Es war der zwölfte Saisontreffer des Pischeldorfers. Kurz darauf avancierte Wimmer allerdings zum Pechvogel. „Es ging so schnell und die Hand war in der Höhe. Bitter. Nach dem 2:1 dachten wir, dass wir es über die Zeit bringen, drei Punkte mitnehmen und dann funkt die Hand dazwischen. Das tut weh.“

"War wichtig, einen Punkt mitzunehmen"

Nach dem angesprochenen Handspiel des kopfballstarken Linzers verwandelte Chabbi den Strafstoß souverän - 2:2. „Es ist ein zwiespältiges Gefühl, aber es war wichtig, einen Punkt mitzunehmen“, sagt Assistgeber Karweina. Der 23-Jährige macht keinen Hehl daraus, „dass es ein wenig genervt hat, wenn man zuerst auf der Bank sitzt, doch ich habe nach meiner Einwechslung alles reingeworfen.“

Kommenden Sonntag rollt im letzten Duell vor der WM-Winterpause die Millionentruppe aus Salzburg an. Leider ohne Wimmer, der seine fünfte gelbe Karte kassierte.