Er kennt keinen Cheftrainer, der am Spielfeld so präsent ist, wie Peter Pacult. „Er hat auf dem Platz ganz klar den größten Part. Für mich ist es faszinierend, wie bereit er jeden Tag aufs Neue ist und wie er es mit einer Kontinuität und Ausdauer schafft, dass die Jungs täglich ans Limit gehen. Das macht sich in den Partien bemerkbar“, erklärt Austria Klagenfurts Co-Trainer Martin Lassnig. Er ist leicht zu händeln, „aber anders als alle anderen Coaches. Wir haben ziemlich schnell festgestellt, wie wer tickt. Er hat uns ja als Trainerstab übernommen, was auch nicht leicht ist. Wir haben früh herausgefunden, wer welche Stärken und Schwächen hat“, verdeutlicht der Kärntner.

Während einst Robert Micheu das Raute-System mit dem Spiel durch die Mitte bevorzugte, favorisiert Pacult das 4-3-3 - jenes System, das sich um Spielverlagerung und Konter dreht. "Und in puncto Ballbesitz haben wir uns zuletzt enorm weiterentwickelt", versichert „Lasse“, der beispielsweise für die Gegneranalyse zuständig ist.

Lassnig schätzt Pacults Geradlinigkeit und weiß, was dem 63-Jährigen ein absolutes Dorn im Auge ist. „Disziplinlosigkeit ist für ihn ein komplettes No-Go. Wir haben natürlich auch Spaß, aber wenn einer denkt, dass er aus der Reihe tanzen muss, würde derjenige es sofort zu spüren bekommen, ohne zu Zögern. Peter hat unglaubliche Sensoren, wenn etwas aus dem Ruder laufen würde - wie kein anderer. Es ist seine Stärke, dass er sofort erkennt, wenn jemand nachlässt. Da kommt kein Schlendrian rein. Das zeichnet ihn aus und macht die Mannschaft letztlich erfolgreich.“

Ein zusätzlicher Pluspunkt ist?

„Dass wir in der Regel auf einen gemeinsamen Nenner kommen und uns konstruktiv austauschen.“ Für den Arriacher, der die A-Lizenz-Ausbildung absolviert, ist seiner Ansicht nach aktuell die Zeit für einen Chefposten in der Fußball-Bundesliga noch nicht reif genug. „Ich meiner jetzigen Rolle bin ich glücklich. Die Zeit, die ich beim Training oder Match verbringe, ist für mich extrem wertvoll. Jeden Tag kommen neue Erfahrungen dazu, jeder Austausch bringt einen weiter. Manche Dinge kannst du nicht lernen, sondern die bringen dich nur durch Praxis weiter.“

Im heutigen Duell gegen Nachzügler Ried wollen die Violetten ihre starke Auswärtsserie prolongieren. Es wäre der fünfte Erfolg en suite. Die „Wikinger“ liegen aktuell in der Tabelle zwei Zähler vor Schlusslicht Hartberg, holten aber in den zurückliegenden vier Begegnungen sieben Punkte.

Austrianer sind hungrig nach mehr

„Unseren Prinzipien, dass wir bei Ballgewinnen schnell nach vorne spielen, im Ballbesitz clever agieren und wie man gesehen hat, gut verteidigen können, werden wir treu bleiben. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann werden auch Punkte herausschauen.“ Die Austrianer sind hungrig nach mehr. Und das ist auch gut so, denn nach dem Spiel gegen Ried rollt bereits die „Bullen“-Millionentruppe aus Salzburg an.