Wir sind zurzeit personell sehr dünn aufgestellt“, ist Aich/Dob-Sportdirektor Martin Micheu besorgt. Kurz vor dem heutigen Halbfinalspiel der MEVZA-Liga gegen HAOK Mladost aus Zagreb Mittwoch (17.30 Uhr) ist ein weiterer Schlüsselspieler, der Brasilianer Henrique Adami, erkrankt und für einen Einsatz fraglich. „Wir wissen nicht, ob er in der Lage sein wird zu spielen, aber ohne ihn wird es schwierig, da auch Carlos Santana verletzt ausfällt“, ist Micheu noch unschlüssig. Die Kroaten haben den Zuschlag erhalten, alle Begegnungen des „Final Four“, wie das Play-off in der MEVZA genannt wird, in deren Heimstätte auszutragen. Nachdem man Mladost in der Hauptrunde noch in einer spannenden Partie zuhause 3:2 besiegen konnte, reist die Mannschaft von Trainer Lucio Oro aufgrund der vielen Ausfälle diesmal als Underdog nach Zagreb. Micheu bleibt dennoch vorsichtig optimistisch: „Wir sind zwar der Außenseiter, unsere Mannschaft hat aber trotzdem die Qualität immer für eine Überraschung zu sorgen.“ Sollte das Spiel allen schlechten Vorzeichen zum Trotz gewonnen werden, ginge es im Finale gegen Ljubljana oder Maribor, welche das zweite Halbfinale in einem rein slowenischen Duell bestreiten.
Bereits im Jahr 2002 gegründet, vereint die mitteleuropäische MEVZA-Liga Volleyball-Klubs aus Österreich, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, der Slowakei und seit wenigen Jahren auch Israel und Zypern. Das Niveau in der Liga ist hoch. Die Teams wissen um deren hohen Stellenwert im europäischen Volleyball und nehmen die MEVZA sehr ernst. „Wir gehören regelmäßig zu den vier besten Klubs in Mitteleuropa. Das macht mich stolz“, freut sich Micheu. „Dennoch ist es schade, dass heuer so viele Nationen nicht in der Liga vertreten sind.“ Insgesamt haben diese Saison lediglich sechs Teams an der MEVZA teilgenommen. In den beiden vergangenen Jahren waren es zehn und elf.
Der Vertrag für die weiteren Nutzungsrechte der Bleiburger Jufa-Arena wurde indes noch nicht erneuert. Laut Micheu soll sich in der nächsten Woche ein Verantwortlicher für Verhandlungen melden, um eine Lösung für die kommenden Saisonen zu finden. Nach der plötzlichen Schließung des Jufa-Hotels in Bleiburg vergangenen November drohte Aich/Dob aus finanziellen Gründen kurzfristig den Spielbetrieb in eine andere Halle verlegen zu müssen.