„Ich habe in den letzten Jahren sehr viel von den Mädels gelernt. Man absolviert zwar einige Trainerausbildungen, wo man rund um den Skisport viel mitbekommt, doch die Arbeit mit Menschen lernt man letztlich nur, wenn man sie auch macht. Dazu zählen auch schwierige Phasen und vielleicht habe ich nicht immer alles auf den Punkt perfekt vermittelt, aber ich glaube, ich weiß, wann man auch einmal zurückschrauben muss. Die Arbeit ist nicht so kompliziert, wie es sich manche vielleicht vorstellen“, verdeutlicht Sebastian Walder, jener Mann, der seit der Saison 2021/22 im Kärntner Landesskiverband für die Nachwuchsathletinnen (ab 16 Jahren) zuständig ist und Sportmanagement & Training studiert.
So zählen Elisa Eisner, Patricia Leeb, Emma Oschmautz, Maja Kusej, Emely Dobrosek, Theresa Mörtl sowie Carmen Spielberger zu seinen Schützlingen. Spielberger ließ heuer im Europacup ihr großes Potenzial aufblitzen und darf nun ihrem Weltcupdebüt kommendes Wochenende in Norwegen hinfiebern. Sie „marschiert“ gewissermaßen als Kaderathletin in Richtung alpiner Skiweltcup – eine Wunschvorstellung wurde somit schneller Realität als gedacht.
„Carmen hat die Vorbereitung mit uns mitgemacht, da sie vom ÖSV keinen Mittrainierer-Status hatte. Ich kann sagen, dass sie wirklich jedes Jahr große Schritte macht, sie ließ sich auch nie unterkriegen oder sich von jemandem abwimmeln und das alles hat sich ausgezahlt. Egal wie hart ein Training auch gewesen ist, sie hat immer weitergemacht. Und ein nicht unwesentlicher Faktor war auch das Riesentorlauftraining, das ihr jetzt generell zugutekommt“, erzählt Walder, der die 22-Jährige einst als Slalomfahrerin übernommen hatte.
„Mädchen für alles“
„Ganz zu Beginn hatte sie ziemlichen Respekt in der Abfahrt, aber ich habe ihr Talent für die Speeddisziplinen gesehen und mittlerweile ist es genau ihr Ding. Sie ist eine richtig coole Socke, wenn ich das so nennen darf“, meint der Fresacher, der seine aktive Skikarriere mit 22 Jahren beendet hat. Permanente Knieprobleme waren schließlich der Auslöser, „dann blieben auch die Erfolge aus und irgendwann ging der Spaß am Rennsport verloren.“
Inzwischen ist er, wie er es selbst formuliert „Mädchen für alles. Von der gesamten Organisation, Reisen, Trainingspläne über Pistenreservierung bis hin zum eigentlichen Training ist alles dabei“, erklärt Walder, dessen Großonkel übrigens niemand Geringerer als Olympiasieger Franz Klammer ist.
Direkt angesprochen auf einen Job als ÖSV-Trainer, macht der 28-Jährige kein Geheimnis daraus, „dass man irgendwann schon gerne alle Ebenen durchlaufen möchte, aber aktuell taugt mir der Posten in Kärnten extrem. Ich kann hier arbeiten, wie ich es mir vorstelle und habe vom Umfeld die volle Unterstützung. Trotzdem würde ich niemals nie sagen.“