Es waren Bilder, die sich in die Köpfe der heimischen Sportfans eingebrannt haben. Im vergangenen Herbst wurden Österreichs Sommer-Parasportler in Paris zu Medaillenhamstern und erlangten österreichweit wahren Heldenstatus. Jetzt, fünf Monate später, fristet der Para-Wintersport ein echtes Schattendasein. Denn zeitgleich zur Ski-WM in Saalbach wird in Maribor bei der Paraski-WM um Medaillen gekämpft. Und dort hat der ÖSV mit Aushängeschild Markus Salcher, den Aigner-Geschwistern oder Elina Stary mehrere heiße Eisen im Feuer. Oder besser gesagt hätte: Denn wegen Schneemangels wurden bereits Abfahrt, Super-G und die Kombination abgesagt. Es ist also eine WM, die nur mehr in den Technik-Bewerben ausgetragen wird.
Und dennoch, dort wären die Chancen auch in den noch im Plan verbliebenen Rennen sehr groß, einige Medaillen zu erobern. „Das kann schon sein“, sagt Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Paralympischen Komitees (ÖPC) mit einem Lächeln. Der Stolz auf „ihre“ Athleten ist ihr ins Gesicht geschrieben. Aber auch die Sorge um die Wahrnehmung. „Leider stehen wir immer im Schatten des Nicht-Parasports. Ich verstehe auch nicht, warum diese beiden Events exakt zeitgleich stattfinden müssen“, kritisiert sie den Kalender der FIS. Ebenfalls wohl nicht ideal dürfte der Austragungsort gewählt worden sein. 300 Meter Seehöhe, milde Temperaturen und daraus resultierend eben zu wenig Schnee kennzeichnen Maribor nämlich.
Auch, dass die Kommunikation des ÖSV zur Paraski-WM minimal ausfällt und die Rennen in Maribor auf ORF Sport+ gezeigt werden, während zeitgleich beispielsweise Trainingsfahrten aus Saalbach auf ORF 1 übertragen wurden und werden, zeigt die Gewichtung. „Unsere Sportarten wurden noch nie auf ORF 1 gezeigt, auch wenn man sich das natürlich einmal wünschen würde. Aber immerhin: Es wird übertragen, man kann es sich ansehen und das ist ganz wichtig“, so Rauch-Kallat.
Athleten in Slowenien sind am Verzweifeln
Die Absageflut lässt die Sorgenfalten bei den Athleten, rund um ihren Sprecher und Mehrfach-Speed-Doppelweltmeister Salcher, immer tiefer werden. Immerhin gibt‘s mit den Technik-Bewerben, so sie denn stattfinden eine sportlich verzerrte Mini-WM. „Es ist schon ziemlich enttäuschend. Die Weltmeisterschaften finden alle zwei Jahre statt und man bereitet sich ein ganzes Jahr darauf vor. Und dann wird seitens der FIS so mit uns umgegangen. In unserem Lager herrscht Sprachlosigkeit und eine WM-Stimmung ist nie aufgekommen.“
Trotz der Enttäuschung müssen sich Österreichs Paraski-Asse jetzt auf die Technik-Bewerbe am Wochenende fokussieren. „Man kann nur abhaken und nach vorne schauen und sich neue Ziele stecken. Wir trainieren die nächsten Tage auf der Weinebene und hoffen, dass wir dann bei den Riesentorläufen und Slaloms zu guten Leistungen fahren können“, sagt Salcher.