Es beginnt wieder bei Null. Mit dem heutigen Heimspiel gegen Norwegen (18 Uhr, Südstadt) geht für Österreichs Fußball-Nationalteam der Frauen der neue WM-Qualifikationszyklus los und das Ziel ist klar: Erstmals soll es für die rot-weiß-rote Frauenauswahl zu einer Weltmeisterschaft gehen. Die Endrunde findet im Sommer 2027 in Brasilien statt und mit Blick auf die Kaderliste zeigt sich, dass es für ein paar Spielerinnen wohl die letzte Chance ist, zu einer WM zu fahren. Kapitänin und Rekord-Nationalteamspielerin Sarah Puntigam, die vor ihrem 162. Länderspieleinsatz steht, wird heuer 34, wäre bei der übernächsten WM somit bereits 39 Jahre alt. Auch Katharina Schiechtl und Sarah Zadrazil (beide 33) sowie Virginia Kirchberger und Verena Hanshaw (32) wären 2031 wohl schon in einem zu fortgeschrittenen Fußballerinnenalter.

Der Weg nach Brasilien wird aber ein steiniger. In der Gruppe, die nach Nations-League-Vorbild in Liga A ausgespielt wird, ist Deutschland (Nr. 3 der Welt) der große Favorit, Österreich (19.) wird sich mit Norwegen (11.) wohl um Rang zwei duellieren und Slowenien (38.) geht als Außenseiter ins Rennen. Nur der Gruppensieger nach sechs Spieltagen (Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden Gegner) fährt direkt zur WM-Endrunde. Die Zweit- und Drittplatzierten der Liga A spielen in er ersten Play-off-Runde gegen die besten Teams der Liga C. Die Viertplatzierten der Liga A treffen auf die Gruppensieger der Liga B. Wird die erste Play-off Runde überstanden, folgt die zweite Runde, in der alle verbleibenden Teams zusammenkommen. Die sieben bestplatzierten Play-off-Siegerinnen (gemäß der Gesamtliga-Rangliste) fahren zur WM, das verbleibende, siegreiche Play-off-Team muss ins Interkontinentale Play-off.

Das alles ist aber noch Zukunftsmusik und erst ab Herbst schlagend. Bis dahin heißt es, in der Vierergruppe ordentlich Punkte zu sammeln. Gegen Norwegen ist das ÖFB-Team seit vier Partien ungeschlagen. „Wir haben in der Vergangenheit ganz gut mitgehalten und in den letzten Duellen gute Ergebnisse gegen sie erzielt. Aber wir starten mit der WM-Qualifikation wieder von vorne, da ist die Vergangenheit nicht entscheidend. Zumindest für den Hinterkopf ist es nicht schlecht“, sagt die steirische Bayern-Legionärin Barbara Dunst. Dabei verfügen die Skandinavierinnen über zwei Starspielerinnen: Caroline Graham Hansen (Barcelona) und Ada Hegeberg (Lyon). „Da können wir uns auf eine hohe Qualität gefasst machen“, sagt Dunst.

Als gutes Omen soll auch die Rückkehr ins Mödlinger Stadion nach knapp vier Jahren dienen. Zwischen 2017 und 2022 absolvierten die Österreicherinnen neun Spiele in der Südstadt, vier davon wurden gewonnen und zwei Mal die Punkte geteilt. Das zweite Spiel der Quali führt das Team von Alexander Schriebl am Freitag nach Koper (SLO). Die Spitzenspiele gegen Deutschland finden am 14. April in Nürnberg und am 18. April in Ried statt.