Knapp zwei Jahrzehnte ist es inzwischen her, dass Sebastian Prödl mit Österreich bei der U20-WM 2007 für Furore gesorgt hat. Mit Rang vier im Gepäck traten die ÖFB-Helden damals die Heimreise aus Kanada an und wurden am Flughafen Schwechat begeistert empfangen. Schließlich gelang ein Jahr vor der Heim-Euro 2008 der Beweis, dass im Land der Berge doch auch vernünftige Fußball-Talente herumlaufen.

Eine prägende Zeit

„Diese Zeit hat mich geprägt, und gewisse Erinnerungen kommen schon wieder hoch. Damals haben wir vieles richtig gemacht, aber auch Dinge erlebt, aus denen man lernen kann. Ich versuche, meine Erfahrungen von damals weiterzugeben, was wir gut gemacht haben, wo man vorsichtig sein sollte, und wie man mit den Herausforderungen rund um ein großes Turnier umgeht“, erläutert der 38-Jährige, der es im weiteren Karriereverlauf auf immerhin 73 A-Länderspiele gebracht hat und sich heute als Leiter der ÖFB-Nachwuchsabteilung hauptberuflich um die nächste rot-weiß-rote Kicker-Generation kümmert.

Die U17 des ÖFB ist derzeit auf dem besten Wege, in die Fußstapfen von Prödl und Co. zu treten. Nach Siegen gegen Saudi-Arabien (1:0) und Mali (3:0) ist der Einzug ins WM-Achtelfinale als Gruppensieger bereits fix, am Dienstag möchte die Elf von Teamchef Hermann Stadler mit einem Erfolg gegen Neuseeland (16:45 Uhr, Sky live) weiter auf der Welle der Begeisterung surfen. Viel spricht dafür, dass gegen das noch punktelose Gruppenschlusslicht die eine oder andere Stammkraft geschont wird.

GEPA-1807073439A - EDMONTON,KANADA,18.JUL.07 - FUSSBALL - FIFA U20 World Cup 2007, U20 Weltmeisterschaft, Oesterreich vs Tschechien, AUT vs CZE. Bild zeigt die Mannschaft von Oesterreich: h.v.l. Michael Zaglmair, Sebastian Proedl, Daniel Gramann, Martin Harnik, Thomas Hinum, Peter Hackmair. v.v.l. Siegfried Rasswalder, Veli Kavlak, Erwin Hoffer, Markus Suttner und Tomas Simkovic (AUT). Foto: GEPA pictures/ Markus Oberlaender
Sebastian Prödl führte die erfolgreiche ÖFB-U20 bei der WM 2007 als Kapitän auf das Feld © GEPA

Ob auch Luca Weinhandl trotz seiner jüngsten Pause geschont wird, ist offen. Das Talent des SK Sturm ist nach seiner Gelb-Roten Karte im Auftaktspiel wieder einsatzberechtigt. „Ich denke, dass rotiert werden wird. Wir haben aber viel Qualität im Kader, ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft das gut machen wird. Es ist auch wichtig, dass wir noch einmal gewinnen, damit wir zu den besten Gruppenersten gehören“, betont der 16-Jährige, laut dem die WM-Reise auch nach dem Sechzehntelfinale weitergehen soll: „Ich glaube schon, dass jeder weiß, was in dieser Mannschaft steckt. Wir treten als Team auf, jeder bringt seine individuellen Qualitäten ein – und genau dadurch können wir im Turnier noch richtig weit kommen.“

Für Prödl entwickelt sich die Zielsetzung mit dem Turnier: „Natürlich sind wir ehrgeizig genug, um weiterzudenken, aber wir bleiben realistisch. Jede Partie hat ihre eigene Dynamik, und je weiter man kommt, desto größer wird auch die Sichtbarkeit.“ Für die Spieler sei es eine wertvolle Chance, sich zu zeigen, Erfahrungen zu sammeln und ihren Namen in Erinnerung zu bringen.

Erfolg misst sich für den Steirer daher auch nicht rein durch Ergebnisse. „Es geht auch darum, was diese Leistungen bewirken. Solche Auftritte sollen junge Talente begeistern und ihnen zeigen, was möglich ist“, so der frühere Innenverteidiger, der bei weitem nicht als einziges Kadermitglied die Bühne U20-WM genützt hat. Mit Zlatko Junuzovic, Martin Harnik, Veli Kavlak, Erwin Hoffer, Rubin Okotie, Markus Suttner, Michael Madl und Andreas Lukse brachte das damalige Aufgebot insgesamt neun A-Teamspieler hervor – eine großartige Quote.