Haken drunter! Mit dem Champions-League-Finale (ohne Marko Arnautovic) und dem Bundesliga-Play-off-Spiel des LASK (mit Tobias Lawal) bei Rapid ging die Klub-Saison 2024/25 für alle aktuellen Kadermitglieder des Nationalteams offiziell zu Ende, womit sie auch ihre Leistungsdaten in dieser Spielzeit kennen. Als „Marathonmann“ unter den ÖFB-Teamspielern darf sich diesmal Romano Schmid titulieren lassen. Der Steirer absolvierte für Werder Bremen und das Nationalteam insgesamt 3744 Einsatzminuten.
Der rot-weiß-rote Profi mit der meisten Spielzeit hat sich indes nicht für eine zuvor gewohnte Einberufung empfohlen: Rapid-Tormann Niklas Hedl brachte es auf 4588 Minuten, sein Klubkollege Matthias Seidl gewann mit 56 Pflichtspielen (davon 52 im Verein) die quantitative Wertung nach Einsätzen. Auch auf ihn verzichtete Teamchef Ralf Rangnick.
ÖFB-Kicker, die Minuten gut gebrauchen können
Auf Überlastung nach einer intensiven Saison muss der ÖFB-Betreuerstab vor den beiden Auftaktmatches in die WM-Qualifikation gegen Rumänien und San Marino nur bedingt Rücksicht zu nehmen. Sicher, frei von Strapazen sind zu diesem Zeitpunkt des Jahres gerade jene Akteure, die regelmäßig zum Einsatz gekommen sind, kaum. Im ÖFB-Camp in Seefeld lässt sich derzeit jedoch durchaus das Phänomen beobachten, dass einige Akteure ganz unabhängig von Startelf-Ambitionen nach Einsatzzeit lechzen.
Zum Beispiel Stefan Posch. Der Atalanta-Legionär zählt zur Gruppe jener ÖFB-Kicker, die zuletzt Verletzungspausen einlegen mussten. Zweieinhalb Monate verpasste der Steirer, ehe er am letzten Spieltag wieder auf den Rasen durfte. Marcel Sabitzer bestritt nach seinem Innenbandriss im Knie immerhin die letzten drei Saison-Spiele Dortmunds, darunter das finale über 90 Minuten.
Auch Maximilian Wöber kann nach seiner so schwierigen Saison bei Leeds United jede Spielpraxis gebrauchen. Seit Anfang April durfte er insgesamt lediglich 25 Minuten verteilt auf zwei Spiele ran. In der gesamten Spielzeit reichte es auch aufgrund von zwei längeren Verletzungspausen nur für neun Pflichtspiele und 395 Minuten. Dazu absolvierte Wöber zwei Länderspiele über die volle Distanz.
Xaver Schlager und der Verletzungsteufel
Mit dem Verletzungsteufel leider Gottes bestens vertraut ist auch Xaver Schlager. Seine komplette Spielpraxis im Kalenderjahr 2025 resultiert aus jenen 13 Minuten, die ihn Rangnick gegen Serbien benötigte. Der Mittelfeldmotor kam gerade aus einer Verletzungspause und musste danach bei Leipzig umgehend die nächste einlegen. Für Schlager ließe es sich bestimmt mit einem besseren Gefühl in den Urlaub starten, wenn er nach der langen Reha zumindest im Nationalteam unter Wettkampfbedingungen auf den Rasen dürfte.
Ein gutes Gefühl würden ÖFB-Minuten naturgemäß auch jenen verschaffen, die in ihren Klubs nicht die erhoffte Einsatzzeit bekamen. Für Nikolas Veratschnig wäre es gar sein Länderspiel-Debüt im A-Team – das in der Tabelle angeführte ÖFB-Match stammt wie bei Thierno Ballo und Nikolas Polster aus der U21. Für den Kärntner wäre es der Höhepunkt seines jüngsten Aufwärtstrends. Nach der Eingewöhnungsphase kam er zuletzt in Mainz regelmäßig zum Zug.
Im Angriff sind erfahrungsgemäß kaum Sorgen angebracht. Die Rolle von Arnautovic bei Inter ist jene des Teilzeitarbeiters. Michael Gregoritsch hätte sich in Freiburg vermutlich eine größere Rolle erhofft. Auf die Form im Nationalteam hatten ein wenig mühsamere Phasen im Verein aber schon länger keine Auswirkung mehr.
International? Federico Valverde vor Bruno Fernandes
Im Vergleich mit den internationalen Dauerläufern hatten die ÖFB-Spitzenkräfte übrigens kein Arbeitsjahr mit übertriebener Belastung. Über 5000 Minuten sind gerade bei im Europacup länger beschäftigten Akteuren keine Seltenheit. Reals Federico Valverde (58 Vereinsspiele) brachte es kombiniert mit den Länderspielen für Uruguay auf 5508, dicht gefolgt von Bruno Fernandes (5502). Der Portugiese lief 57 Mal für Manchester United auf.