„Bundesligauntauglich“ war der Auftritt des TSV Hartberg in den Schlussminuten beim 3:3 gegen den LASK, wie Jürgen Heil sagte. Nachdem die Oststeirer bis zur 89. Minute in Linz noch mit 3:0 geführt hatten, nahm der TSV am Ende nur einen Punkt mit in die Steiermark. „So etwas habe ich noch nie erlebt, noch nicht einmal im Fernsehen habe ich das bei irgendeinem Spiel gesehen“, sagte Heil nach dem Spiel bei „Sky“, obgleich der Spielverlauf aus steirischer Sicht durchaus an die 3:4-Niederlage des GAK in der Vorsaison gegen den WAC erinnert hat, als die Grazer ebenfalls schon mit 3:0 geführt hatten. „Du reißt dir 80 Minuten den Arsch auf, führst mit 3:0 und willst mit drei Punkten heimfahren. Vor dem Match reden wir noch, dass wir die drei Punkte brauchen, wenn wir um die Top sechs mitspielen wollen. Und was ist dann? Wenn ein paar Spieler ausfallen, kriegen wir jedes Mal zehn ,Hütten‘, oder was?“

Der Kapitän hätte sich seinen 300. Einsatz im Dress des TSV definitiv anders vorgestellt. Obgleich das Spiel bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute aus Hartberger Sicht ja ausgezeichnet verlief. Heil bereitete das 2:0 durch Havel mustergültig vor, die Steirer hätten sogar höher führen können. Heil übergab die Kapitänsbinde an Tobias Kainz, der in der 89. Minute schließlich selbst den Platz verließ – und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Zunächst verkürzte Ex-Hartberger Christoph Lang für den LASK (89.), Kasper Jörgensen (92.) und Andres Andrade (94.) besorgten dann tatsächlich noch das 3:3. Für Heil ein „Skandal. Das kann ja nicht sein, dass, wenn der Kainzi und ich ausgewechselt werden, wir innerhalb von fünf Minuten drei Gegentore kriegen. Dann sind die anderen ja für nichts da“, ging Heil mit seinen Mitspielern hart ins Gericht.

Anstelle von Havel, Marco Hoffmann, Heil und Kainz kamen in der Schlussviertelstunde Damjan Kovacevic (77.), Patrik Mijic, Dominik Prokop (beide 85.) und Julian Gölles (89.) neu in die Partie. Heil jedenfalls war im Interview nach dem Spiel nicht zu bremsen. „Ich weiß gar nicht, was ich jetzt in der Kabine sagen soll, da musst du dir ja jeden richtig zur Brust nehmen im Normalfall. Wir hauen uns Woche für Woche rein und schenken dann die Punkte her, als würde es um nichts gehen“, sagte Heil, der mit seinem Team bereits im Steirer-Duell mit Sturm in der Vorwoche in der 95. Minute den Treffer zur 0:1-Niederlage verkraften musste. „Dann gehen wir ins Freibad und kicken dort ein bisschen, da ist es wurscht, wenn wir verlieren.“ Bumm.