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Sturm vs. Ried 2:1Wahnsinn in Liebenau! Gazibegovic schießt Sturm in 95. Minute zum Sieg

Jusuf Gazibegovic besorgte gegen Ried per Traumfreistoß in der letzten Minute den Sieg für den SK Sturm. Kelvin Yeboah feierte sein Debüt im Sturm-Dress.

SOCCER - BL, Sturm vs Ried
Am Ende gab es für die Sturm-Kicker kein Halten mehr. © GEPA pictures
 

Der SK Sturm durfte sich in der 16. Bundesligarunde in Liebenau über einen Last-Minute-Erfolg gegen Tabellennachzügler Ried freuen. Die Tore für die über weite Strecken überlegenen Grazer erzielten Otar Kiteishvili bereits früh (9.) und Jusuf Gazibegovic mit der letzten Aktion des Spiels (90.+5). Der im Sommer ablösefrei zu Rapid wechselnde Marco Grüll (57.) erzielte das Tor für Ried. Bei den Gastgebern feierte Neuzugang Kelvin Yeboah sein Debüt (ab Minute 67).

Kommentar: "Sturm spielt vielleicht im Europacup, aber eventuell mit ausgetauschtem Sturm-Personal"

Sturm präsentierte sich schon ab Minute eins mit einem ganz anderen Gesicht als noch bei der mäßigen Leistung im Cup-Viertelfinale gegen die Vienna. Kevin Friesenbichler scheiterte nach einer schönen Einzelaktion am überragend reagierenden Samuel Sahin-Radlinger, der den Ball aus kurzer Distanz an die Stange lenkt. Auch beim zweiten Versuch von Andreas Kuen ist Sahin-Radlinger auf dem Posten.

Die Heimmannschaft ging dennoch bereits früh im Spiel in Führung und bestrafte das hohe Pressing der Innviertler. Kuen verlagerte das Spiel gut, im zweiten Anlauf legte Stefan Hierländer auf Kiteishvili ab, dessen Schuss unhaltbar zum 1:0 abgefälscht wurde. Der Torschütze legte kurz darauf beinahe nach, Ante Bajic konnte einen sensationellen Pass von Hierländer jedoch im letzten Moment mit einer glänzenden Rettungsaktion entschärfen.

Jusuf Gazibegovic' Traumfreistoß brachte Sturm drei Punkte

In weiterer Folge verebbte das Spiel etwas, Ivan Ljubic hatte kurz vor dem Pausenpfiff nach einem Eckball noch die große Gelegenheit auf das 2:0. Ähnlich wie im ersten Durchgang startete Sturm dann auch in die zweiten 45 Minuten furios, zweimal ist es erneut Ljubic, der das Spiel zugunsten der Grazer vermutlich entscheiden hätte können. Doch weder seine wuchtige Direktabnahme noch sein Stangenschuss brachten den gewünschten Erfolg.

Nach knapp einer Stunde schlugen die bis dato harmlosen Wikinger dann aber eiskalt zu. Ein langer Ball hebelte die gesamte Sturm-Abwehr aus, Jörg Siebenhandl kam etwas unmotiviert aus dem Tor und Grüll überlupfte den Torwart gekonnt - David Nemeths Klärungsversuch auf der Linie kam zu spät. Es war das erste Tor für die SV Ried im vierten Spiel im Frühjahr. Christian Ilzer brachte unter anderem Bekim Balaj, Dardan Shabanhaxaj und eben Neuzugang Yeboah neu ins Spiel, das entscheidende Tor erzielte aber Abwehrspieler Gazibegovic. Mit der letzten Aktion des Spiels verwandelte er einen Freistoß direkt.

Sturm schob sich durch den späten Erfolg zumindest für einen Tag auf drei Zähler an Tabellenführer Salzburg heran. Die SV Ried konnte unter Neo-Trainer Miron Muslic in vier Spielen erst einen Punkt holen.

Die Stimmen zum Spiel:

Goldtorschütze Jusuf Gazibegovic...

...über die Momente vor dem Freistoß:

"Beim Freistoß war ich ziemlich fokkussiert und habe gewusst, das ist wahrscheinlich die letzte Aktion im Spiel. Ich habe mein Bestes gegeben und es ist das Beste herausgekommen."

...über die Momente nach dem Freistoß:

"Es ist ein richtig geiles Gefühl, wenn man ein Last-Minute-Tor schießt. Ich freue mich, dass wir als Mannschaft gewonnen haben."

...über das Freistoß-"Battle" im Training:

"Wenn du den Jantschi (Anm.: Jakob Jantscher) im Team hast, der eine unglaubliche Technik hat, schaust du dir auch ein bisschen was ab. Das Battle im Training ist geil und das kann man auch im Spiel dann einbauen."

Heute war er (Anm.: Gazibegovic) zum ersten Mal nicht mein Zimmerkollege, vielleicht war das der Grund dafür, dass er sich ein Herz genommen hat.

Stefan Hierländer

Kapitän Stefan Hierländer...

...über das Traumtor von Gazibegovic:

"Heute war er zum ersten Mal nicht mein Zimmerkollege, vielleicht war das der Grund dafür, dass er sich ein Herz genommen hat. Ich habe ihn gefragt, ob er ihn flanken will oder ob er aufs Tor schießt und er hat gemeint, er haut ihn rein. Das lobe ich mir, wenn die Jungs so eine Einstellung haben und das umsetzen. Das darf er wieder machen und er braucht mit mir nicht mehr ins Zimmer zu gehen."

...über den Spielverlauf:

"Es war hochverdient, weil wir doch mehr vom Spiel gehabt haben. Aber wie solche Spiele so sind, haben wir in der Phase, wo wir das Tor bekommen haben, nicht die richtigen Lösungen gefunden. Das wäre heute sehr bitter gewesen, wenn wir das nicht mit drei Punkten belohnt hätten. Wir müssen ein paar Sachen analysieren, weil wir das komplette Spiel auf unserer Seite gehabt haben und durch unsere Finger gleiten haben lassen, das darf da nicht passieren."

Trainer Christian Ilzer...

...über das Spiel:

"Ein großartiger Moment für uns in einer Phase, in der nicht alles ganz leicht von der Hand geht. Und der einiges gelöst hat, das hat man beim Jubel gemerkt. Solche Momente braucht man (...) Es war ein Spiel, in das beide Mannschaften extrem viel investiert haben. Kompliment an den Gegner, der extrem aggressiv gespielt hat, er war immer giftig, immer da. Das war kein einfaches Spiel. Aber wir waren trotzdem das chancenstärkere Team."

...über Goldtorschütze Gazibegovic:

"Gratulation zu diesem Traumfreistoß. Er schießt sehr gute Freistöße, das sieht man im Training immer wieder. Kuen und Jantscher sind unsere etatmäßigen Freistoßschützen, sie waren beide nicht mehr am Feld. Da hat er die Gunst der Stunde genützt."

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Danke für Ihr Verständnis.

schteirischprovessa
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Auch dieses Spiel hat gezeigt, daß Sturm

in jedem messbaren Parameter im Klassen besser ist als in den beiden letzten Jahren, auch wenn die drei Punkte heute glücklich waren.

Geom38
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Stark verbessert ist sicher richtig

aber von "Klassen besser" sind wir derzeit schon noch ein gutes Stück entfernt. Zumindest wurde damit jetzt mal der obere Play-Off Platz frühzeitig fixiert, fällt der Druck weg. Der liegt jetzt in den nächsten Partien sicher bei den Gegnern, die mit wesentlich höheren Zielen in die Saison gestartet, und zumindest was den WAC anlangt, bisher unter den Erwartungen geblieben sind. Trotzdem muß da eine Steigerung her, sollte man sich keine schwächeren 2.Halbzeiten mehr leisten. Weil die nächsten Gegner haben sicher die Mittel das auszunutzen.

schteirischprovessa
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Kannst du dich erinnern, daß unter El Maestro oder Mählich

es Passstaffeln über drei oder vier Stationen gegeben hat? Ich nicht.
Meistens nach den 1. und spätestens nach dem 2. Pass erfolgte ein Fehlpass.
Zähle jetzt einmal mit! Das ist um Klassen besser!
Neben besseren Pressing und dem gesamten Defensivverhalten!

Geom38
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Stimmt schon

dass es zeitweise wieder schön anzuschauen ist wie der Ball über mehrere Stationen läuft, auch in schwierigen Situationen versucht wird alles spielerisch zu lösen. Nur klappt das derzeit eben nur phasenweise bzw. bis zum ersten Negativerlebnis, sprich Gegentor. Dann wird alles zusehends ungenauer, schleichen sich immer mehr Fehler ein. Sieht man auch gut in den diversen Statistiken (Passgenauigkeit, lange/kurze Pässe etc....). Keine Frage, dass der Weg stimmt, wieder mehr Spielkultur rein zu bringen, nur ist da eben schon noch ziemlich Luft nach oben bis das auf einem Level funktioniert, den andere schon erreicht haben. War in so kurzer Zeit aber auch nicht zu erwarten. Und gerade in Heimspielen hat Sturm dazu noch den Nachteil eines Krautackers. Hinten sieht's natürlich generell weit besser aus, ist ja auch der Hauptgrund warum Sturm bislang vorne mitmischt. Und die Mannschaft ist sicher auch aggressiver, am Platz präsenter als im Vorjahr. Von daher wird's diesmal auch im oberen Play-Off besser ausschauen.

Geom38
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Zeitweise war's

im Vergleich zu den letzten Partien ganz ordentlich. Allerdings hat man dann nach dem Ausgleich wieder völlig den Faden verloren, wusste plötzlich kein Mittel mehr gegen die tapfer kämpfenden Rieder. Bei aller Freude über das last second Tor sollte man sich vor allem darüber langsam mal Gedanken machen.

dieRealität2020
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Sturm hat hier gezeigt

wie es Happel oft auf Fragen von Journalisten von sich gab und auch die Bayern es oft genug gezeigt haben. Die Meister dieser letzten Sekunden.
.
Ein Spiel ist erst dann aus, wenn der Schiedsrichter es abgepfiffen hat. BRAVO STURM.

Kürassier
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Sieg in letzter Sekunde.

Schon zur Pause hätte es mindestens 2:0 stehen müssen, nach der Pause 3:0 oder 4:0. Und dann so ein Fehler zum Ausgleich ... Irgendwie läuft es nicht so rund wie im Herbst. Was ist das los?

Trotzdem natürlich Glückwunsch an Gazi, ein sensationeller Schlusspunkt!

SagServus
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Irgendwie läuft es nicht so rund wie im Herbst. Was ist das los?

Im Grunde laufts eigentlich nicht viel anders wie in den ersten Partien im Herbst, wo man sich auch nur minimalistisch durchgesetzt hat oder nur unentschieden gespielt hat.