Das Duell zwischen der Wiener Austria und dem SK Sturm war als Spitzenspiel angekündigt. Und die Begegnung bot auch alle Zutaten für ein Topspiel, mit der passenden Dramaturgie und einem glücklichen Sieger. Die Vorzeichen für die Grazer waren nicht allzu gut. In den jüngsten sieben Liga-Auseinandersetzungen kassierte man fünf Niederlagen und schaffte nur zwei Unentschieden. Dementsprechend angespannt waren die Schwarz-Weißen und mit Anpfiff anscheinend auch mental noch nicht auf dem Rasen. Matteo Schablas traf nach 31 Sekunden zur 1:0-Führung für die Violetten.

Sturm ließ sich nicht beeindrucken und stellte in Person von Filip Rozga (6.) auf 1:1. Der Pole war es auch, der mit einem Dribbling im eigenen Strafraum dafür sorgte, dass die Grazer mit einer 2:1-Führung in die Pause gegangen waren. Der Ball ging vom Polen aus zu Emir Karic, Otar Kiteishvili und Seedy Jatta und wieder zurück zu Kiteishvili, der Austria-Goalie Sahin-Radlinger keine Chance ließ. Ein Traumtor. Zuvor spielten fast nur die Austrianer, sie forderten und überforderten die Grazer Defensive. Ein Treffer von Johannes Eggestein (20.) wurde wegen Abseits zurecht aberkannt, weitere Chancen wurden nicht verwertet. Die bessere Mannschaft ging mit einem Rückstand in die Pause.

Zwei Ausschlüsse

Die entscheidende Szene des Spiels passierte in der 52. Minute. Tim Plavotic stieg Kiteishvili zum zweiten Mal in dieser Partie auf den Fuß. Diesmal im Strafraum, was nach einer VAR-Intervention zu der Gelb-Roten Karte für den Austrianer führte und zu einem Elfmeter für Sturm. Kiteishvili verwandelte zum 3:1. Mit seinem zwölften Saisontreffer übernahm der Georgier auch die Führung in der Torschützenliste. in den darauffolgenden Minuten spielte der Meister groß auf, erhöhte durch Ryan Fosso (60./erstes Tor für Sturm) und einem Eigentor von Aleksandar Dragovic (67.) auf 5:1. In der 76. Minute stellte Paul Koller nach einem unglücklichen Einstieg gegen Eggestein das numerische Gleichgewicht wieder her – er sah nach VAR-Intervention die Rote Karte. Und mit dem Treffer von Manfred Fischer (84.) war das letzte Tor in diesem Spitzenspiel mit dem besseren Ende für Sturm gefallen.

„Ich bin super happy mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Leistung“, sagte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch und erklärte weiter: „Der Ausschluss und der Elfmeter haben uns geholfen. Aber nach den Toren haben wir aufgehört, Fußball zu spielen und sind in den alten Trott zurückgefallen. Das ärgert mich, weil wir mehr Potenzial haben.“ Ähnlich sah es Albert Vallci, der meinte: „Das Resultat täuscht, oft werden wir solche Spiele nicht gewinnen.“ Vor allem die erste Hälfte offenbarte die Defensivschwäche der Grazer. Ergebnistechnisch legten die Grazer einen perfekten Auftakt in die Meistergruppe hin. „Wir wollten uns die bestmögliche Ausgangslage schaffen und das haben wir geschafft“, sagte Ingolitsch.