Dass Emir Karic ein Faible für Klavierspielen hat, ist vielen bekannt. Eine zweite große Leidenschaft hegt der Fußballer des SK Sturm aber auch für das Kochen. „Als ich in Darmstadt gespielt habe, ist dieses Feuer entbrannt. Zu kochen, beruhigt ungemein. Mir macht es riesigen Spaß“, sagt der 28-Jährige, dessen Augen so richtig strahlen, als die Idee geboren wird, mit einem echten Fachmann zu kochen. Also auf die Töpfe, fertig, los: Der Fußballmeister trifft den Kochmeister, den mit drei Gault-Millau-Hauben ausgezeichneten Herbert Schmidhofer, Chefkoch und Geschäftsführer im Grazer „Schmidhofer im Palais“.

Emir Karic und Herbert Schmidhofer bereiteten im „Schmidhofer im Palais“ das „Meistermenü“ zu
Emir Karic und Herbert Schmidhofer bereiteten im „Schmidhofer im Palais“ das „Meistermenü“ zu © Klz/Stefan Pajman

Der 52-Jährige war einst mit 21 Jahren der jüngste Haubenkoch Österreichs und bringt auch sportlichen Hintergrund mit: „Ich wollte Judoprofi werden, war österreichischer Jugendmeister und habe EM-Silber gewonnen. Verletzungsbedingt habe ich meine Karriere beenden müssen.“

Der Salzburger, der seit 2006 in der steirischen Landeshauptstadt aufkocht, begrüßt Karic mit einer Präsentation des „Meister-Menüs“ zum Bundesliga-Start, „ich habe drei Hauben, ihr müsst mit dem dritten Titel in Folge nachziehen“. Als Hauptgang gibt es die Leibspeise von Karic. Cevapcici mit Ajvar und Romanasalatherzen. „Ich habe bosnische Wurzeln und liebe dieses Gericht. Selbst gemacht habe ich es noch nie, das ist eine Premiere“, erzählt der Sturm-Akteur und ist damit nicht alleine – und das soll beim erfahrenen Schmidhofer etwas heißen. „Ich habe Cevapcici und Ajvar schon so oft gegessen, aber es ist auch für mich eine super Herausforderung.“

Emir Karic und Herbert Schmidhofer im Video:

Das Ajvar macht den Anfang. Schmidhofer erklärt Karic, der alle Infos aufsaugt, die ersten Schritte. Das „ca. 20 Minuten dauernde“ Aufwärmprogramm vom Fußball fällt weg. „Wir schleifen nur schnell die Messer und schalten den Ofen ein“, sagt Schmidhofer. Paprika werden geschnitten, das Gehäuse entfernt, dazu kommen Zwiebel, Knoblauch und eine Melanzani („Die gibt eine schöne Bindung“). Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer wandert das Gemüse in den Ofen. Der Schmäh-Doppelpass rennt. „Teamwork makes the dream work“, sagt Karic, der laufend Lob von Schmidhofer („Du machst das perfekt“) bekommt.

Handgemachte Cevapcici – und der Schmäh hörte nicht auf zu rennen
Handgemachte Cevapcici – und der Schmäh hörte nicht auf zu rennen © Klz / Stefan Pajman

Mit dem Rinderfaschierten, das mit von Karic fein gehacktem Knoblauch, Kräutersalz, Paprikapulver, Natron zur Bindung, Sambal Oelek (Karic: „Es kann nicht zu scharf sein“) Salz und Pfeffer vermengt wird, geht es weiter. Dann darf der Kicker kneten. An Kondition mangelt es ihm nicht, kein Schweißtropfen ist zu sehen. Dann werden die Cevapcici schon geformt und auf den vorgeheizten Keramikgrill gelegt. Dort brutzeln sie „bei nicht zu hoher Hitze und in Bewegung gehalten, damit sie nicht verbrennen und knusprig werden“.

Das Duo kommt ob des Geruchs und der Vorfreude auf das bevorstehende Menü aus dem Strahlen nicht heraus. Angerichtet wird separat. Schmidhofer versieht seinen Teller mit etwas Kernöl „für den steirischen Touch“. Karic baut mit dem Ajvar auf dem Teller seine Initialen und Rückennummer ein (EK17). „Das Gericht müssen wir auf die Karte setzen. Es ist ein echtes Sportleressen mit Fleisch, Gemüse und einem knackigen Salat. Dazu wenig Fett – keine Pommes oder Mayonnaise“, sagt Schmidhofer.

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Der ebenso begeisterte Karic macht sich auf den Weg zum Dessert mit Souschefin Steffi, die als Patissiere für die Salzburger Nockerl zuständig ist. Sahne-Preiselbeeren bilden die Unterlage. Aus Eiern, Mehl, Zucker, Maizena und Zitrone wird die Masse vom Fußballer zubereitet. Beim Aufsetzen der drei Hausberge Mönchsberg, Rainberg und Kapuzinerberg, die dem Gericht seinen Namen geben, bekommt er Hilfe. Glaube versetzt ja bekanntlich Berge und beim letzten gelingt das Meisterwerk. „Der ist fast schöner als ich ihn hinbringe“, sagt Steffi. Mehr Lob geht nicht. Wobei: Mit Sauerampfereis und Erdbeeren wird beim Verkosten klar: „Das ist ein Traum. Wir haben deine Salzburger mit meinen bosnischen Wurzeln verbunden und ein super Menü gezaubert“, sagt Karic enthusiasmiert.

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Schmidhofer gibt ob des Gezeigten sofort ein Angebot ab. „Du kannst sofort bei mir kochen, wenn du nicht gerade spielst.“ Noch hat die Fußballkarriere Vorrang, „aber wenn wir wirklich den dritten Meistertitel holen, komme ich mit der ganzen Sturm-Mannschaft“, verspricht Karic. Dass dann das Meistermenü serviert wird, versteht sich von selbst.

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