Einige Minuten nach dem Schlusspfiff versammelten sich alle Spieler und Betreuer des GAK vor den zahlreichen nach Innsbruck mitgereisten Fans und schossen jenes Klassenerhalts-Foto, das Trainer Ferdinand Feldhofer im Vorfeld als großen Wunsch ausgegeben hatte. Nach einer nervenaufreibenden Saison als Aufsteiger steht nach einem 1:1 bei der WSG Tirol unwiderruflich fest: Die Rotjacken sind auch 2025/26 Bestandteil der österreichischen Fußball-Bundesliga.

Die Rettung gelang somit aus eigener Kraft. Die Mission von Trainer Ferdinand Feldhofer, der sein Amt mit Beginn der Qualifikationsgruppe antrat, war erfolgreich. „Es sind Glücksgefühle, die ich gar nicht beschreiben kann, so viel ist für den Verein und viele Leute am Spiel gestanden. Ich bin einfach nur erleichtert und habe Tränen in den Augen“, jubelte Urgestein Lukas Graf, „ich habe schon so viel erlebt mit dem Verein. Wir hatten in dieser Saison mehr Tiefen als Höhen, aber wir haben uns immer wieder nach oben gezogen.“

Im Nachhinein hielt sich der Nervenkitzel am Tag der Rettung in Grenzen. Der erste Jubel am Tivoli galt keinem der beiden Kontrahenten auf dem Feld, sondern der frühen Hartberger Führung in Klagenfurt durch Elias Havel (2.), der aus spitzem Winkel die Lücke zwischen den Beinen von Klagenfurt-Tormann Simon Spari fand. Dies waren hervorragende Nachrichten für den GAK, der nur bei Siegen von Klagenfurt und Altach noch gefährdet gewesen wäre. Mangels weiterer Tormeldungen aus den anderen Stadien war der GAK also bereits in diesem Moment gerettet. Aber das konnte zu diesem Zeitpunkt logischerweise niemand ahnen.

Erstes Liga-Tor von Frieser für den GAK

Vor dem Spielbeginn ging der GAK laut Statistikern mit einer Abstiegs-Chance von lediglich zwei Prozent in die Partie. In der 25. Minute verbesserte sich die mathematische Wahrscheinlichkeit auf den roten Klassenerhalt mit der 1:0-Führung der Gäste noch mehr. Dominik Frieser schlich sich im Rücken der WSG-Abwehr davon und verwertete aus kurzer Distanz kaltschnäuzig eine gelungene Hereingabe von Christian Lichtenberger.

Der erleichterte Jubel des 31-Jährigen sprach Bände – sowohl aus dem Blickwinkel der Mannschaft, aber ein wenig vermutlich auch in persönlicher Hinsicht, schließlich war es bei der letzten Gelegenheit Friesers erstes Liga-Tor in dieser Saison. „Ich hätte gerne schon früher ein Tor gemacht. Aber ich bin glücklich, in so einem wichtigen Spiel für jenen Verein, mit dem ich bereits in der Kindheit mitgefiebert habe, getroffen zu haben“, jubelte der Steirer.

Die Freude währte jedoch nur kurz. Bereits vier Minuten später glich Stefan Skrbo (29.) nach Querpass von Matthäus Taferner aus kurzer Distanz aus. Ein Rückschlag für den GAK, denn bei einer Niederlage wäre man auf Schützenhilfe angewiesen gewesen. Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse nicht gerade, das Geschehen war als ereignisarm zu beschreiben.

INNSBRUCK,AUSTRIA,23.MAY.25 - SOCCER - ADMIRAL Bundesliga, qualification group, WSG Tirol vs Grazer AK 1902. Image shows the rejoicing of Dominik Frieser (GAK).
Photo: GEPA pictures/ Daniel Schoenherr
Dominik Frieser (links) traf zum 1:0 © GEPA pictures

In den Schlussminuten gab Feldhofer seinem Kapitän Marco Perchtold die Gelegenheit, zum Karriereende noch einige Spielminuten zu sammeln. Mit dem Schlusspfiff startete die rote Feier. Diese fiel gemeinsam mit den Anhängern emotional aus. „Von den Fans kam die ganze Saison über kein negatives Wort, alle sind hinter uns gestanden. Es ist auch ihr Verdienst, dass wir es geschafft haben“, fand Frieser. Die Party wird laut Graf einige Tage dauern: „Bei der Busfahrt nach Hause werden einige Bier getrunken. Wer nicht mittrinkt, wird rausgeschmissen - und dann Malle!“

INNSBRUCK,AUSTRIA,23.MAY.25 - SOCCER - ADMIRAL Bundesliga, qualification group, WSG Tirol vs Grazer AK 1902. Image shows the rejoicing of Marco Perchtold (GAK).
Photo: GEPA pictures/ Daniel Schoenherr
Marco Perchtold kam gegen die WSG kurz vor Schluss ins Spiel © GEPA