Quizfrage: Wann durfte der GAK vor dem 1:0-Siegtreffer gegen Altach letztmals in einem Ligaspiel einen Elfmeter ausführen. Der Schütze war damals wie heute Daniel Maderner, er löste das Rätsel mit ein wenig Hilfe korrekt. Es war am 15. März 2024 noch zu Zweitliga-Zeiten gegen den SV Lafnitz. Ob er den Weg zum Punkt nach über einem Jahr eh gleich gefunden hat? „Ich habe das Navigationssystem nicht einschalten müssen“, lachte der Stürmer.

In Minute 34 verwertete der Routinier trocken, es sollte das Goldtor sein, mit dem der GAK vor 5210 Besuchern erstmals unter der Anleitung von Trainer Ferdinand Feldhofer gewann und die Rote Laterne für den letzten Tabellenplatz zurück an die Vorarlberger überreichte. Zudem war es der erste volle Erfolg seit dem Frühjahrs-Auftakt am 8. Februar – auch damals gegen Altach.

Woche für Woche bereitet sich Maderner auf ein mögliches Antreten vom Punkt vor, diesmal machte es sich endlich bezahlt. „Unsere Videoanalysten filtern genau heraus, was die Torleute beim Elfmeter machen, und was für mich als Schütze am besten ist. Das ist ein Psychospielchen“, grinste der 29-Jährige, der fest davon ausging, dass Altach-Schlussmann Dejan Stojanovic von einem Schuss ins rechte Eck ausging: „Dorthin habe ich viele Elfer geschossen, also habe ich mir gedacht, diesmal nehme ich Mitte links.“

Sprechchöre für Florian Wiegele

Dass Maderner überhaupt antreten durfte, lag daran, dass Mike-Steven Bähre im Strafraum gegen Milos Jovicic zu spät kam. Eine Entscheidung, die der Überprüfung durch den VAR standhielt. Die Führung war verdient. Altach agierte zwar ein wenig aktiver, tat sich jedoch gegen die kompakte GAK-Defensive schwer. Die Rotjacken wiederum liefen immer wieder aggressiv an, eroberten zahlreiche Bälle. Zwei Mal ließen die Grazer Topchancen zu, zwei Mal war Florian Wiegele mit gelungenen Paraden zur Stelle – in Minute 21 gegen Dijon Kameri und in der Nachspielzeit gegen Ousmane Diawara.

Die Fans wussten, dass sie sich auch beim Tormann bedanken mussten und feierten den 24-Jährigen nach Schlusspfiff mit Sprechchören. „Für mich hat es sich nach einem Ball angefühlt, den man halten muss. Er war schön zum Fliegen“, schmunzelte der 2,05-Meter-Riese, dem das Lob der Anhänger viel bedeutete: „Das ist mir eine Ehre. Ich habe es genossen, weil es nicht selbstverständlich ist, dass sie meinen Namen singen. Das ist bei Tormännern nicht so oft der Fall.“

Endlich ein schmutziger Sieg

Die Feierlichkeiten des Sieges fielen generell emotional aus. „Das habe ich so nicht erwartet“, erkannte Feldhofer an diesen Szenen, wie viel diese drei Punkte allen Beteiligten nach der Durststrecke bedeuteten. Der Coach weiter: „Ein großes Kompliment an alle im Verein, weil jeder dem Ziel, dass wir die Liga halten, alles unterordnet. Nur so kann es gehen.“

Wie nachhaltig dieses Erfolgserlebnis Selbstvertrauen gibt, wird sich weisen. Auf diesen Moment hat der Aufsteiger aber definitiv lange gewartet. „Endlich haben wir den schmutzigen Sieg geholt, dem wir jetzt lange nachgelaufen sind“, resümierte Dominik Frieser.