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Premier LeagueSchwuler Fußballer hat Angst vor Outing: "Lebe einen Albtraum"

In einem offenen Brief berichtet ein englischer Fußballprofi von seiner Angst, öffentlich zu seiner Homosexualität zu stehen.

Ein Premier-League-Fußballer hat Angst, sich zu outen
Ein Premier-League-Fußballer hat Angst, sich zu outen © AFP
 

Ein homosexueller Fußball-Profi der englischen Premier League ist mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit getreten. In diesem hat er seine Gedanken über das Tabu-Thema niedergeschrieben - und von seiner Angst vor einem Outing berichtet. "Ich bin schwul. Es ist ein großer Schritt für mich, das auch nur in diesem Brief zu schreiben", erklärte der namentlich nicht genannte Fußballer.

Die englische Tageszeitung "The Sun" hat den Brief veröffentlicht, sie wiederum hatte ihn von der Justin Fashanu Foundation erhalten. Fashanu war einst der erste Spieler Englands, der sich während seiner Karriere im Jahr 1990 zu seiner Homosexualität bekannt hat. Acht Jahre danach hat er sich das Leben genommen.

"Habe Angst vor diesem Schritt"

In seinem Brief berichtet der Fußballer, dass er sich eigentlich outen wollte - "aber ich habe Angst vor diesem Schritt". Nur wenige Menschen aus seinem engsten Umfeld wissen von seiner sexuellen Orientierung. "Ich fühle mich nicht bereit, mit meinen Mannschaftskollegen oder mit dem Trainer darüber zu reden. Ich kann leider nicht ehrlich zu ihnen sein. Aber ich hoffe, dass ich das irgendwann einmal machen kann", schreibt er.

Trotz aller Anti-Diskriminierungsmaßnahmen des europäischen (UEFA) und internationalen Fußballverbandes (FIFA) denkt der Profi, dass ein Outing sein Leben belasten würde: "Es gibt noch immer zu viele Vorurteile. Ich lebe einen Albtraum, und zwar Tag für Tag. Mein Herz sagt, dass ich mich outen soll. Aber mein Kopf sagt: Warum soll ich es riskieren? Ich fürchte, dass die Wahrheit die Sache für mich nur noch schlimmer machen würde."

Kommentare (3)

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teacup
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Traurig

Denn die sexuelle Orientierung ist eigentlich Privatsache und sollte die betreffende Person in seiner/ihrer Karriere nicht beeinflussen.
Da besteht noch sehr viel Aufholbefarf.

Adeva
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Es ist doch völlig egal, wie sich die "Orientierung" eines Menschen gestaltet!

Es geht im Endeffekt immer darum, wie sich das Seelenleben/das Liebesleben eines Menschen entfalten und entwickeln kann. Punkt! Egal, in welche Richtung!
Hauptsache, man/frau ist glücklich!

GordonKelz
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Und bei uns glaubt man ....

...mit farbigen Bänken und Zebrastreifen, diese Probleme auch nur im Ansatz zu lösen...schreibst Du was dazu, wirst Du noch angefeindet...habe nichts gegen Farben, aber das löst nur in Köpfen der Politiker etwas...
aber nicht das Problem!
Gordon Kelz