Champions LeagueReal blamiert sich - aber David Alaba wird gelobt

Real Madrid blamiert sich gegen Sheriff Tiraspol - David Alaba, der bei den Königlichen als Abwehrchef spielte und verantwortlich für den Spielaufbau war, wird aber dennoch gelobt.

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David Alaba
David Alaba © GEPA pictures
 

Real Madrid hat eine Blamage zu verarbeiten. Die Königlichen von David Alaba kassierten am Dienstag in der Fußball-Champions-League gegen Sheriff Tiraspol zu Hause ein 1:2. Das No-Name-Team aus der Republik Moldau führt nach zwei Siegen sensationell die Gruppe an und darf vom Aufstieg träumen. Dabei beläuft sich der Gesamtmarktwert des Kaders laut transfermarkt.at gerade einmal auf 12,38 Millionen Euro. Das ist weniger als Alabas Jahresgehalt.

Auf dem Österreicher ruhen bei Real zunehmend große Hoffnungen. Die Heimpleite gegen die Moldauer lässt in Madrid zwar die Alarmglocken schrillen, die Kritiken für Alaba waren aber nicht einmal danach schlecht. "Trotz der Niederlage gibt es viele Dinge, die einen optimistisch stimmen", meinte die Sportzeitung "Marca" in ihrer Online-Ausgabe. "Alaba ist so gut, dass es Spiele gibt, in denen es scheint, dass er im Zentrum verschwendet ist."

Alaba hat nach anfänglichen Einsätzen als Linksverteidiger auch bei Real die Rolle des Abwehrchefs übernommen. Dort war der Wiener gegen Sheriff erneut für die Spieleröffnung zuständig, agierte aber teilweise offensiver als sonst üblich. "Er bewegt sich gut, verteidigt gut, gewinnt Bälle, hat Führungsqualitäten und diktiert die Strategie des Spiels", schrieb die "Marca". "Ein Schnäppchen, völlig egal, wie viel der Österreicher pro Jahr verdient."

Gegen den krassen Außenseiter waren die offensiven Bemühungen aber nicht von Erfolg gekrönt. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich durch einen Elfmeter von Karim Benzema (65.) schaute für den in der Liga noch ungeschlagenen spanischen Tabellenführer nicht heraus. Tore des Usbeken Jasurbek Yakhshiboev (25.) und des Luxemburgers Sebastien Thill (90.) schockten Madrid.

"Erschossen vom Sheriff", titelte die Sportzeitung "Mundo Deportivo". Das Konkurrenzblatt "AS" sieht das Ende der Flitterwochen mit Trainer-Rückkehrer Carlo Ancelotti. Real sei vorne "schläfrig" und ungefährlich gewesen, das Ergebnis eine "Peinlichkeit".

Ancelotti fehlten bei elf Schüssen aufs Tor und 30 in Richtung des Gehäuses die Erklärungen. "Wir sind weniger besorgt, sondern vor allem traurig", sagte der Italiener, der im Juli auf Zinedine Zidane gefolgt war. Sein Team habe mit großer Intensität gespielt und sei auch bei der Sache gewesen. "Wir hätten klarer und im Strafraum schärfer sein können, aber es ist schwer zu erklären, was passiert ist", sagte Ancelotti. "Kleine Details haben uns das Spiel gekostet."

Alaba blickte am Mittwoch bereits zuversichtlich nach vorne. "Wir sind wirklich enttäuscht über das gestrige Ergebnis. Jetzt müssen wir sehr hart arbeiten und dieses Spiel so schnell wie möglich wieder gut machen", schrieb der 29-Jährige auf Twitter. Real gastiert am Sonntag in der Liga bei Espanyol. In der Champions League geht es am 19. Oktober bei Schachtar Donezk weiter.

Die Ukrainer stehen mit einem 0:2 zum Auftakt ebenfalls bereits auf der Abschussliste von Sheriff. Der Sieg im gerade erst renovierten Estadio Bernabeu ist aber der größte Erfolg der Clubgeschichte. Der FC Tiraspol war erst 1996 in der von der Republik Moldau abtrünnigen Region Transnistrien gegründet worden und ist durch den im Sicherheitsbereich tätigen Großsponsor Sheriff eigentlich so etwas wie ein Firmenteam.

"Es gibt keine Logik im Fußball, das hat man heute gesehen", meinte Sheriff-Verteidiger Gustavo Dulanto aus Peru. "Wir sind mit dem Messer zwischen den Zähnen hierhergekommen. Ich habe davon geträumt, im Bernabeu zu gewinnen. Ich habe Real immer verfolgt, sie sind das erfolgreichste Team der Champions League. Sie zu Hause zu schlagen, ist ein Riesenerfolg."

Entsprechend groß war der Jubel. Die Sheriff-Kicker umarmten einander auf Knien und schritten noch Minuten nach Spielende ungläubig in Socken über den Rasen. "Wir sind so glücklich", sagte Matchwinner Thill. "Die Mannschaft war so mutig, so wie wir gespielt haben." Nun träumt der Außenseiter sogar vom Achtelfinale. Nächster Halt ist in drei Wochen das Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand, Gegner der in der Königsklasse in dieser Saison noch sieglose italienische Meister Inter, der am Dienstag bei Donezk 0:0 spielte.

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