TV-Experte Sebastian Prödl: „Dieses Angebot konnte ich nicht ausschlagen“

Sebastian Prödl über seinen Wechsel ins Lager der TV-Experten, warum er seine Karriere aber noch nicht beendet hat. Der Steirer über die Chancen von Salzburg und seinen Ex-Klub Sturm, der auch in der Europa League eine Champions-League-Gruppe hat.

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Sebastian Prödl analysiert für ServusTV den Europacup © ServusTV/Neumayer/KK
 

Sie sind ab dieser Woche als Experte für ServusTV im Europacup-Dauereinsatz. Heißt das, dass wir Sebastian Prödl nicht mehr als Fußballer sehen?
SEBASTIAN PRÖDL: Also nach den letzten Leistungen der Nationalmannschaft und einigen Hilferufen muss ich mir das sehr gut überlegen, ob ich nicht doch wieder spiele.

Sind Sie denn wieder fit genug?
Mein Körper hat in den letzten eineinhalb Jahren sehr gelitten. Aber zuletzt hatte ich das Gefühl, dass es wieder gehen könnte. Ich werde zwar das eine oder andere Wehwehchen dauerhaft haben, aber ja, ich könnte wieder spielen. Ich hatte auch einige Angebote, auch aus anderen Kulturkreisen. Da kam dann aber auch Corona dazu. Schauen wir, ob noch was Interessantes kommt. Oder besser: Ich habe ein Angebot bekommen, dass ich nicht ausschlagen konnte!

Nämlich?
In der Champions League, der Europa League und der neuen Conference League dabei zu sein. Wer kriegt diese Chance schon mit 34 Jahren? Da musste ich sozusagen bei ServusTV ins Team.

Ist die Nervosität auch in diesem neuen Bereich spürbar, ganz so, als ob man wirklich selbst einläuft?
Es ist eine neue Aufgabe, keine Frage. Und ich sehe es schon als Herausforderung, ich will mich ja authentisch präsentieren, meinen Charakter widerspiegeln. Und dahingehend hat mich das Konzept, das verfolgt wird, überzeugt.

Was ist daran denn neu?
Es ist Fußball im Free-TV und soll Fußball für alle sein, vom Kind bis zum Erwachsenen. Dazu kommen die handelnden Personen, ich bin ja ein Teamplayer. Und ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl.

Wie bleiben Sie denn authentisch?
Für mich heißt das, eine Meinung zu gewissen Themen zu haben. Nicht nur eine Antwort auf eine Frage zu geben, sondern dann auch eine Aussage machen. Mut zu eigenen Sichtweisen zu haben und diese auch wiederzugeben. Einfach zu vermitteln, wie ich den Fußball sehe und gerne sehen würde.

Rücken Sie mit der Taktiktafel an und erklären alles?
Nein, eben nicht. Zu viel Taktiktafel kann auch irritierend sein, finde ich. Es geht auch um die Pädagogik dahinter, ums Erklären, warum etwas passiert ist. Taktische Fehler sind Tatsachen, aber durch zu viel Taktik verliert man sehr viel interessante Sendezeit, finde ich.

Was sind denn ihre Ziele?
Mir geht es primär darum, mich auch als Charakter zu präsentieren. Und klar: Man kann sich als Experte mit Eloquenz und Authentizität auch für andere Aufgaben empfehlen. Ich habe ja auch 73 Länderspiele, da qualifiziert man sich hierzulande schon für ein mögliches Weihnachtsgeschenk, einen Trainerposten. Aber ich will mir da vor allem zuerst das Rüstzeug schaffen und dann schauen, in welche Richtung es geht.

Der LASK hat auf jeden Fall den Sieg, was die Gruppe der Zungenbrechergegner betrifft

Sebastian Prödl

Kommen wir zum Europacup – wie stehen die Chancen der österreichischen Klubs?
Salzburg hat mit Sevilla, Wolfsburg und Lille die ausgeglichenste Champions-League-Gruppe, die es je gab. Da darf man vom Aufstieg träumen, kann aber auch ausscheiden.

Und ihr Ex-Klub Sturm?
Die Gruppe mit Monaco, Eindhoven und Real Sociedad kratzt an einer Champions-League-Gruppe. Sturm ist sicher krasser Außenseiter, hat aber die Chance auf Punkte wie Rapid auch. Und der LASK hat sicher die Zungenbrecher-Gruppe.

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