Désiré Doué. Der große Star des in vielerlei Hinsicht historischen Champions-League-Abends in München trägt einen Namen, der passender kaum sein könnte. Er wird begehrt („désiré“), er ist begabt („doué“) – und mit einer beeindruckenden Performance hat er bei Paris Saint-Germains Gala-Vorstellung alle begeistert. Es scheint, als hätten Doués Eltern – der Vater stammt von der Elfenbeinküste, die Mutter aus Frankreich – bei der Namensgebung geahnt, was ihr Sohn der Fußballwelt einmal zeigen würde.

Vor gut 20 Jahren – am Dienstag feiert der noch 19-Jährige seinen Geburtstag – erblickte Doué im französischen Angers das Licht der Welt, am Samstag waren alle Scheinwerfer auf ihn gerichtet. Mit zwei Toren und einem Assist war der Rechtsaußen beim höchsten Königsklassen-Finalerfolg der Geschichte der Mann des Spiels, der glanzvolle 5:0-Erfolg gegen Inter Mailand wird für immer mit seinem Namen in Verbindung gebracht werden. Doué ist der erste Spieler, der in einem Champions-League-Endspiel direkt an drei Toren beteiligt war und löste Eusébio als jüngsten Spieler ab, dem im Finale des wichtigsten europäischen Klub-Bewerbs ein Doppelpack gelang.

Champions League Final 2025 31 May 2025, Munich - UEFA Champions League Final - Paris Saint-Germain v Internazionale Milano - Desire Doue of PSG poses with the trophy wearing sunglasses - Photo: Charlotte Wilson / Offside. Munich Germany *** Champions-League-Finale 2025 31. Mai 2025, München UEFA-Champions-League-Finale Paris Saint Germain gegen Internazionale Milano Desire Doue von PSG posiert mit der Trophäe und trägt eine Sonnenbrille Foto Charlotte Wilson Abseits München Deutschland PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xCharlottexWilsonx/xOffsidexOffside
Désiré Doué mit dem begehrten Henkelpokal © IMAGO

„Es ist etwas Magisches – wir haben Geschichte geschrieben“, jubelte Doué und dankte nicht nur Gott, sondern auch seinem Trainer Luis Enrique, der PSG zum ersten Champions-League-Titel coachte. „Taktisch und mental ist er ein wirklich guter Trainer, aber auch als Mensch. Es ist eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“ Und auch Achraf Hakimi, den Doué beim 1:0 mustergültig in Szene gesetzt hatte, sagte: „Er ist der Mann, der alles verändert hat.“

Luis Enrique formte aus PSG ein Team

Denn: Es war kein Kylian Mbappé, kein Lionel Messi und auch kein Neymar – die beiden Letzteren nannte Doué einst als Vorbilder –, die endlich den Henkelpokal an die Seine holten. Es war kein wild zusammengewürfeltes Star-Ensemble, nein. In Jahr eins nach Mbappé hat Enrique aus PSG endlich das geformt, was in Jahren der großen Egos nicht möglich gewesen zu sein schien: ein Team. Doué ist eines der Gesichter dieses Wandels, der nun gekrönt wurde. Bei Stade Rennes wuchs der U17-Europameister mit Frankreich von 2022 zum Fußball-Profi heran, seine Begabung weckte Begehrlichkeiten. Im Sommer 2024 wechselte Doué für über 50 Millionen Euro in die französische Hauptstadt und unterschrieb ein bis 2029 gültiges Arbeitspapier, zuvor hatte er ein Angebot des FC Bayern ausgeschlagen.

Paris Saint-Germain's French midfielder #14 Desire Doue (L) shoots to score PSG's third goal during the UEFA Champions League final football match between Paris Saint-Germain (PSG) and Inter Milan in Munich, southern Germany, on May 31, 2025. (Photo by INA FASSBENDER / AFP)
Désiré Doué traf doppelt © AFP

In Paris wurde er im Laufe der Saison zu einem immer wichtigeren Baustein einer Spielzeit, die mit dem Gewinn des Quadrupels als die erfolgreichste der Klubgeschichte eingeht. Im März debütierte er für die Équipe Tricolore, mit der er ab Donnerstag auf den Titel in der Nations League schielt. In der Königsklasse wurde Doué in den ersten fünf Spielen der Ligaphase noch wenig berücksichtigt, PSG lag da außerhalb der Top 24. Just Salzburg kam dann in den „Genuss“ von Doués erstem Königsklassen-Tor, auch seine erste Vorlage steuerte er beim 3:0 in der Mozartstadt bei. PSG gelang die Trendwende, Doué traf und assistierte bis zum Finale jeweils weitere zwei Mal. Im Finale ließ er seinen Karriere-Höhepunkt folgen – es wird wohl nicht sein letzter bleiben.