Es entspricht nicht „meinen persönlichen Wünschen“, schrieb Bayern-Legende Thomas Müller vor wenigen Tagen auf den sozialen Medien und gab dort das Ende seiner Ära bei den Münchnern bekannt. „Ich respektiere diesen Schritt, den sich Vorstand und Aufsichtsrat bestimmt nicht leicht gemacht haben“, meinte er dort aber auch und schloss sein emotionales Statement unter anderem mit folgenden Worten: „Jetzt gilt der volle Fokus unseren sportlichen Saisonzielen. Es wäre ein Traum für mich, die Meisterschale wieder nach Hause zu holen und Ende Mai das ersehnte Finale dahoam zu erreichen. Dafür werde ich alles geben!“

Und es kann gut sein, dass er dies auch muss. Denn ob der Verletztenmisere beim deutschen Rekordmeister ist es alles andere als ausgeschlossen, dass Müller im Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Marko Arnautovic und Inter Mailand (21 Uhr, Sky live) in Spiel eins nach Bekanntwerden seiner Aussortierung mit Saisonende gar als Kapitän in der Startelf steht. Unter anderem Jamal Musiala fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus, schon beim 3:1 gegen Augsburg tauschte Trainer Vincent Kompany den 13 Jahre älteren Müller für den 22-Jährigen ein.

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Laimer hofft auf Müller-Magie

ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer, der als Rechtsverteidiger beginnen dürfte, weiß um die Qualität der Vereinsikone Bescheid. „Er ist einer der größten Spieler, die es gibt“, meinte Laimer, Müller könne „auf jeden Fall immer für eine Magie sorgen. Er wird immer ein Unikat bleiben.“ Eins zu eins ersetzen wird man Müller nach 25 Jahren beim Klub ohnehin nicht können – ob als Spieler oder als Charakter. Ein „Finale dahoam“, wie er es schon 2012 erlebt hatte, als er gegen Chelsea in der 83. Minute zur 1:0-Führung geköpfelt, die Londoner das Spiel schließlich aber dennoch gewonnen hatten, möchte er auch in seiner letzten Saison bei den Bayern noch mitnehmen – diesmal mit besserem Ausgang. Klar ist: „Wir schauen nach vorne und sind voll auf einer Spur. Man muss sich nicht immer einig sein im Leben, um trotzdem voll auf einer Welle zu reiten.“