Sieben der acht Viertelfinalisten der laufenden Champions League wissen, wie es sich anfühlt, im Finale der Königsklasse zu stehen. Manche, etwa Real Madrid, sehr gut. Andere, wie Arsenal, können sich nur noch düster erinnern. Und dann steht mit Aston Villa ein Neuling unter den besten acht Teams Europas. Und das beim Champions-League-Debüt des Klubs aus Birmingham. Und doch: Den Vorgänger der Champions League – den Europapokal der Landesmeister – konnte Aston Villa 1981/1982 für sich entscheiden, im Finale wurde Bayern München besiegt.

Auf dem Weg ins Viertelfinale hat Aston Villa immerhin Bayern München und RB Leipzig besiegt, gegen Juventus Turin ein torloses Unentschieden erreicht. Im Achtelfinale war man gegen Brügge klar überlegen. Im Viertelfinale wartet jetzt mit Paris Saint Germain ein harter Brocken. PSG ist frühzeitig französischer Meister, kann sich auf die Königsklasse konzentrieren, hat im Achtelfinale Liverpool aus dem Weg geräumt und gilt als eine der formstärksten Mannschaften Europas. Über Stärken und Schwächen des französischen Spitzenvereins wissen die Verantwortlichen in Birmingham aber bestens Bescheid.

International blieb der Erfolg bei PSG aus

Aston-Villa-Trainer Unai Emery verlor von Anfang Juli 2016 bis Ende Juni 2018 mit den Franzosen nicht viele Spiele. Der Punkteschnitt von 2,42 in 114 Spielen spricht da eine klare Sprache. Zum Verhängnis wurde dem Spanier in Paris, dass er in der Champions League zwei Mal im Achtelfinale ausgeschieden ist. Auf spektakuläre Art und Weise im ersten Jahr: Da besiegte man Barcelona zu Hause 4:0, die Katalanen riefen die „Remuntada“ aus und setzten sich zu Hause 6:1 durch. Durchaus brisant: Mit Luis Enrique stellt sich Emery heute der damalige Barca-Trainer entgegen.

Zu PSG wurde Emery damals geholt, weil er mit Sevilla drei Mal in Folge die Europa League gewinnen konnte. Das ist ihm nach seiner Amtszeit bei PSG (und Arsenal) auch mit Villarreal gelungen. Inwiefern es in Birmingham bei Aston VILLA eine Rolle gespielt hat, dass Emery ausgerechnet mit SeVILLA und VILLArreal seine größten Erfolge gefeiert hat, ist nicht überliefert. . .

Niemand will gegen Aston Villa spielen

Selbstverständlich ist PSG gegen Aston Villa der klare Favorit. Unai Emerys Arbeit bei den Villans seit 2022 ist aber beachtlich. Nur drei Premier-League-Klubs haben mehr Punkte als Villa gemacht, seit der Spanier in Birmingham das Sagen hat. Erstmals seit 1981 hat Villa – als Erstligist – bewerbsübergreifend zehn Spiele in Folge gewonnen. Emery ist der erste Aston-Villa-Trainer der es bereits zwei Mal schaffte, 15 Premier-League-Heimspiele in Folge unbesiegt zu bleiben. Zu Hause hat Aston Villa in der laufenden Spielzeit – wettbewerbsübergreifend – nur zum Liga-Auftakt gegen Arsenal verloren.

Als Emery zu Beginn seiner Amtszeit erklärt hat, mit Villa die Champions League gewinnen zu wollen, wurde er belächelt. Jetzt, zwei Jahre später, hat niemand Lust, international auf den Traditionsklub aus Birmingham zu treffen. Und dass in der jüngeren Vergangenheit Dortmund und Tottenham ins Finale der Champions League eingezogen sind, darf auch die Anhänger von Aston Villa zuversichtlich stimmen.