Die Sehnsucht des FC Bayern ist groß. Zum ersten Mal seit 2012 findet das Finale der Champions League in der heimischen Arena statt und die Münchner wollen wie schon damals das „Finale dahoam“ bestreiten. Bis vor einigen Wochen wirkte der deutsche Rekordmeister auch auf dem besten Weg dahin.
Im Achtelfinale wurde Bayer Leverkusen auf beeindruckende Art und Weise mit 5:0 aus dem Bewerb geschossen, auch in der Liga wirkte der Titel nur noch wie eine Formsache. Doch in der Liga setzte es zuletzt eine Niederlage gegen Bochum, ein Unentschieden bei Union Berlin und es gab zwei Zittersiege gegen St. Pauli und Augsburg.
Viele Verletzungen
Ein Grund für die zuletzt schwankenden Leistungen liegt wohl in der Verletztenmisere. Mit Alphonso Davies (Kreuzbandriss) und Dayot Upamecano (Knorpelschaden) fehlt die halbe Stamm-Abwehr, mit Hiroki Ito (Mittelfußbruch) auch der erste Vertreter der beiden. Da mit Manuel Neuer (Muskelfaserriss) und neuerdings auch Jamal Musiala (Muskelbündelriss) zwei weitere Leistungsträger fehlen, muss Trainer Vincent Kompany kreativ werden.
„Ich will nicht, dass wir darüber jammern. Wir haben viele Spieler mit Talent und Erfahrung, die uns in verschiedenen Rollen helfen können. Unser Ziel ist es nach wie vor, jedes Spiel zu gewinnen“, gab sich der Belgier kämpferisch.
Der Brocken könnte für die Bayern aber kaum schwerer sein. Inter Mailand, amtierender italienischer Meister und aktueller Tabellenführer der Serie A, kommt nach Deutschland. Doch auch das Team rund um Marko Arnautovic kam am Wochenende gegen Abstiegskandidat Parma nicht über ein 2:2 hinaus.
Im anderen Viertelfinale am Dienstag kommt es ebenfalls zu einem Traditionsduell. Arsenal empfängt Real Madrid. Beide Mannschaften hatten zuletzt mit einem Negativerlebnis zu kämpfen. Während die Titelträume der „Gunners“ in der Premier League nach dem 1:1 gegen Everton immer kleiner werden, verlor Real gegen Valencia 1:2 und musste einen empfindlichen Rückschlag im Kampf um die Tabellenführung in La Liga hinnehmen.
Arsenal-Trainer Mikel Arteta gab sich dennoch optimistisch: „Ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass wir bereit sind, zu gewinnen. Das ist die Einstellung, die ich will. Es ist eine Freude, sich auf das Spiel vorzubereiten und den Spaß der Spieler zu sehen.“
Auch für Titelverteidiger Real Madrid ist mit den vier Punkten Rückstand in der Liga auf Spitzenreiter Barcelona die Königsklasse vielleicht sogar die größte Titelchance. „Das Spiel gegen Arsenal wird anders sein als viele Ligaspiele, denn sie werden mehr angreifen und wir müssen solider sein. Wir müssen auch vor dem Tor effektiver sein“, erklärte Trainer Carlo Ancelotti. Obwohl beide Vereine seit Jahrzehnten zum obersten Regal im europäischen Fußball zählen, trafen sie erst zweimal aufeinander. Im Achtelfinale der Saison 2005/06 setzten sich die Londoner mit einem Gesamtscore von 1:0 durch.