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Adi Hütter"Martin Hinteregger ist anders als alle anderen"

Im Zuge eines Pressetermins mit seinem Sponsor IDM sprach Frankfurt-Trainer Adi Hütter über den Erfolgsdruck, David Alaba und die Probleme mit Corona.

Adi Hütter findet viel lobende Worte für Martin Hinteregger © (c) GEPA pictures/ Patrick Steiner
 

Nach Christian Streich von Freiburg und Florian Kohlfeld von Werder Bremen sind Sie der drittlängstdienende Trainer in der Bundesliga. Was sagt das über den Job aus?

ADI HÜTTER: Da sieht man, wie schnelllebig Fußball ist. Ich bin erst zwei Jahre hier. Man muss täglich seine Leistung bringen, um seinen Job zu behalten.

Sie haben Ihren Vertrag bei Eintracht Frankfurt bis 2023 verlängert. Ändert dies das Arbeiten, wenn man weiß, dass man sich nicht mehr von Runde zu Runde hangeln muss?

Garantie ist es aber auch keine. Wenn man in einen Negativlauf hineinkommt, hilft einem auch ein solcher Vertrag nichts. Aber es ist angenehm zu wissen, man setzt auf dich, man setzt auf Kontinuität, auf Stabilität. Das Vertrauen ist da.

Sie sind mit 108 Spielen auf Rang acht im Eintracht-Trainer-Ranking. Friedhelm Funkel ist mit 194 Spielen Erster. Das sollte sich in den drei Jahren ausgehen?

Da wäre ich richtig stolz. Das wäre schon ein persönlicher Anreiz. Wir reden da immerhin von einem Traditionsverein, bei dem das Umfeld nicht immer einfach ist. Es geht aber primär darum, unsere Ziele zu erreichen, die Mannschaft und die Spieler weiterzuentwickeln.

Sie sprechen immer wieder von Führung, von Mentalität, von Leadership. Haben Sie Vorbilder?

Ich hatte das Glück, von Heribert Weber zu lernen. Er hatte diese extreme Siegermentalität – in jedem Spiel, in jedem Training. Das trieb mich an. Ich habe diese Art auf meinen künftigen Stationen implementiert.

Mit einem Blick auf den dicht gedrängten Terminkalender: Ist es ein Vorteil, heuer nicht international zu spielen?

Zuerst ist es sehr schade, da wir und die Fans der Eintracht den Europacup lieben und zelebrieren. Auf der anderen Seite hat man jetzt mehr Zeit um vernünftig zu trainieren und sich intensiver auf die Bundesliga-Spiele vorzubereiten. Für die Liga ist es sicher kein Nachteil.

Eintracht zählt weder zum Kreis der Titel- noch zum Kreis der Abstiegskandidaten. Wie groß ist der Druck in der Saison?

Groß. Weil in Frankfurt die Stimmung sehr schnell zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt wechselt. Im Endeffekt muss man es so sagen wie Sportvorstand Fredi Bobic: Wenn die Eintracht in der Tabelle einstellig ist, ist es immer eine gute Saison.

Sie sind als Trainer noch nicht wirklich oft entlassen worden. Das ist eine Seltenheit. Und ein Zufall?

Ich spreche nicht gerne von mir selbst. Aber Fakten lügen nicht. In zwölf Jahren war es nur ein Mal, am 6. April 2012 bei Altach, in der 2. Liga acht Runden vor Schluss, auf Platz zwei, drei Punkte hinter dem WAC.

Stichwort WAC: Dorthin hat die Eintracht Dejan Joveljic verliehen. Ein guter Deal?

Der WAC ist in Österreich ein sehr, sehr guter Verein geworden. Dejan ist ein junger Mann, der Spielpraxis braucht. Ich werde mich demnächst mit Trainer Ferdinand Feldhofer über ihn unterhalten. Insgesamt eine Win-Win-Situation.

Auch über das Verhalten der Trainer während Corona? Man hörte ja in den leeren Stadien ziemlich viel. Eine Umstellung für Sie?

Natürlich. Mir war sofort bewusst, dass man vorsichtig sein muss mit dem, was man hineinschreit. Im Fußball passiert es, dass aus der Emotion heraus Worte fallen, die nur knapp über der Gürtellinie sind.

Ein Mann der klaren Worte ist auch Martin Hinteregger, oder?

Er ist ein super Bursche, der seine Meinung hat. Ich glaube, dass manchmal Aussagen von ihm verdreht werden – nicht zu seinen Gunsten. Martin ist anders als alle anderen. Und er ist einfach richtig gut.

David Alaba steht aktuell wegen seiner Verhandlungen mit Bayern sehr im Fokus. Kommt man bei solchen Zahlen noch mit?

Grundsätzlich diskutiere ich solche Zahlen nicht gerne. Keine Frage, die Summen sind enorm. Natürlich ist dies aktuell für viele nicht verständlich und nachvollziehbar. Für David hoffe ich, dass er sich richtig entscheidet.

iDM-Eigentümer Manfred Pletzer und Hans-Jörg Hoheisel (re.) mit dem Markenbotschafter Adi Hütter. Foto © iDM/Three Winters

Sie treten erstmals mit einem Patch, einem Aufkleber, auf Ihrem Sakko auf. Wie kam es zu der Kooperation mit iDM?

Grundsätzlich ist es ungewöhnlich, dass ein Trainer etwas mit Wärmepumpen zu tun hat. Da erwartet man normalerweise eher etwas mit Mode oder Uhren. Mir geht es nicht nur darum, das Produkt bekannter zu machen. Ich habe mir den Betrieb in Matrei angesehen. Was mich extrem beeindruckt hat, war die Art, wie Inhaber Manfred Pletzer mit den Mitarbeitern umgeht. Das hat mich als Trainer interessiert. Es wird nur in Lösungen gedacht, alles für die Mitarbeiter getan, dass sie zufrieden in die Arbeit gehen. Auch sehr interessant ist, dass fast alle Mitarbeiter aus der Region sind. Das ist ein starkes Zeichen. Wir haben uns gut verstanden.

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